Hier bekommst du 3 Tipps, damit Affirmationen für dich wirken

3 Tipps, damit Affirmationen für dich wirken

“Ich bin stark.”
“Ich bin wertvoll.”
“Ich bin gut genug.”

Das sind typische Affirmationen, die gerne immer wieder genutzt werden, um das eigene Denken “umzuprogrammieren”. Nur leider…. funktioniert das oft nicht.

Warum das so ist und welche 3 Tipps dir helfen, damit Affirmationen für dich DOCH wirken, erfährst du in diesem Beitrag.

Du hörst lieber als zu lesen? Hier kannst du dir diesen Beitrag als Podcast anhören:

 

 

Was sind Affirmationen?

Affirmationen sind sogenannte positive Glaubenssätze, die dazu dienen, das eigene Denken zu verändern. Jeder Mensch hat Glaubenssätze bzw. bestimmte Überzeugungen über die Welt und über sich selbst. Das Problem ist dabei: Diese Überzeugungen sind oft unbewusst und in den meisten Fällen auch eher hinderlich. Denn die meisten Überzeugungen, die Menschen in sich tragen, sind eher negativer Natur.

“Ich bin nicht gut genug.” ist einer der “Klassiker” unter den negativen Glaubenssätzen, der sich so gut wie nie im Leben direkt zeigt, sondern meist bestimmte Verhaltensweisen wie z.B. Perfektionismus oder Prokrastination hervorbringt.

Um diese negativen Überzeugungen zu verändern und das Unterbewusstsein neu zu “programmieren”, arbeiten viele Menschen mit Affirmationen, also mit positiven Überzeugungen, die meist eine Umkehrung dessen ist, was wir bisher geglaubt haben ( = aus “Ich bin nicht gut genug.” wird “Ich bin gut genug.”)

Auch ich nutze seit Langem Affirmationen. Und doch bin ich immer wieder an die Grenzen ihrer Wirksamkeit gestoßen. Heute verstehe ich, warum.

Warum wirken Affirmationen oft nicht?

Um das zu verstehen, müssen wir einen kleinen Ausflug in das Thema “Stress”, unser Gehirn und in das Nervensystem machen, genauer gesagt in unser autonomes Nervensystem. Autonom bedeutet, dass es sich weitgehend der willentlichen Kontrolle entzieht, also unabhängig funktioniert.

Zum autonomen Nervensystem gehören das enterische System (zuständig für die Verdauung und für die Betrachtung in diesem Beitrag nicht relevant), das sympathische und parasympathische System.

Der Parasympathikus ist unsere innere “Bremse”. Er ist zuständig für Regeneration und Entspannung.

Das sympathische System ist der Gegenspieler zum Parasympathikus unser inneres Gaspedal. Es versetzt den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft und sorgt für die Aktivierung des “Kampf-oder-Flucht”-Reflexes. Der Sympathikus ist also der Nervenstrang, der vor allem bei Stress aktiviert wird, um unser Überleben zu sichern.

Stress ist die Reaktion des Körpers auf eine (unbewusst) wahrgenommene Bedrohung. Die Aktivierung des Sympathikus sorgt dafür, dass unser Körper in Alarmbereitschaft versetzt wird, um jederzeit entweder um das Überleben zu kämpfen (Kampf-Reflex) oder zu flüchten (Flucht-Reflex).

In diesem Moment ist nur das Überleben wichtig und alle anderen Funktionen werden zurückgefahren. Außerdem wird das Reptiliengehirn aktiviert und der Neocortex (Gehirnregion zuständig für Sprache, Logik uvm.) wird abgeschaltet. Das ist auch der Grund, weshalb viele Menschen in einer Stress-Situation völlig irrational handeln. Denn die Ratio ist in dem Moment ausgeschaltet.

 

Was hat das jetzt mit den Affirmationen zu tun?

Nun kann es sein, dass eine Affirmation in dir eine Stress-Reaktion auslöst, ohne dass du es merkst. Das hat damit zu tun, dass dein Gehirn in einer Veränderung eine potentielle Bedrohung für dein Überleben sieht und deswegen Alarm schlägt.

Und das muss noch nicht einmal so sein, dass die Bedrohung real ist. Im Gegenteil: Wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der unser Überleben stark gefährdet ist. Nur unser Gehirn weiß das immer noch nicht so ganz und verhält sich so wie zu den Zeiten, als Säbelzahntiger zu jeder Zeit unser Leben auslöschen konnten.

Wenn du dir also z.B. vor einem Live-Video, das du in deinem Business machen willst, sagst “Ich bin mutig und schaffe das!”, dein Gehirn aber nur die Bedrohung im Blick hat (“Oh Gott, ich mache mich sichtbar und damit angreifbar!”), wird diese Affirmation nicht funktionieren. Denn durch die innere Stressreaktion und die Blockade des Neocortex, dringt diese Information gar nicht erst durch – und wirkt damit nicht!

Dann bist du in der Diskrepanz zwischen dem, was du dir sagst und dem, was dein Körper empfindet. Dadurch entsteht unbewusst Widerstand gegen die Affirmation und dieser führt zu einer inneren Blockade und zur Ablehnung der neuen Wahrheit, die du dir einreden willst.

Oder um mal ein Bild zu bedienen, das ich mal erzählt bekommen habe: Ein Sch***-Haufen schmeckt nicht plötzlich dadurch besser, dass du Sahne obendrauf sprühst. Es ist immer noch ein Sch***-Haufen.

 

3 Tipps, damit Affirmationen für dich wirken

Also alles verloren? Nein! Affirmationen können durchaus wirken. Nur halt nicht unbedingt dann, wenn du einfach Sahne obendrauf setzt ( = den negativen Glaubenssatz einfach ins Positive umkehrst). Mit diesen 3 Tipps sollte es mit der Zeit aber klappen!

Tipp #1: Verändere die Formulierung!

Wenn du “Ich bin gut genug.” (als Beispiel) nicht glauben kannst, kannst du diese zwei Möglichkeiten nutzen, um deinem Ziel, dir das zu glauben, näher zu kommen:

  1. Bridging: Nutze Zwischenformulierungen, die dich “auf die andere Seite der Brücke” bringen. Es kann sein, dass du mehrere Schritte benötigst, um die Brücke zu deinem neuen Glaubenssatz zu überqueren und somit brauchst du auch je Schritt andere Formulierungen. Immer, wenn eine “überbrückte” Formulierung für dich funktioniert und du keinen Widerstand mehr in dir spürst, kannst du die nächste Formulierung angehen. Beispiele für überbrückende Formulierungen sind:
    • “Ich öffne mich für die Möglichkeit, ….”
    • “Ich halte es für möglich, dass….”
    • “Ich mache heute den ersten Schritt, um….”
    • “Ich bin bereit, ….”
    • “Ich entscheide mich…..”
  2. Als Wunsch formulieren: Eine andere Möglichkeit ist es, deine Affirmation als Wunsch an dich selbst zu formulieren. So ist es kein “Befehl”, sondern etwas, das du dir wünschst und es dir damit möglich machst, den neuen Glaubenssatz zu verankern. Eine gute Formulierung ist “Möge ich….”. Damit öffnest du dich für die Möglichkeit, deinen neuen Glaubenssatz auch wirklich zu glauben.

 

Tipp #2: Arbeite mit Dankbarkeit!

Dankbarkeit als einer der Schlüssel, damit Affirmationen besser wirkenEs gibt viele Untersuchungen und Studien, die zeigen, welche positiven Auswirkungen Dankbarkeit auf unser Leben hat. Spirituell betrachtet hat Dankbarkeit eine der höchsten Schwingungsfrequenzen von allen Emotionen, die es gibt.

Indem du dich in Dankbarkeit einschwingst, bringst du deine Energie in eine höhere Frequenz und das führt dazu, dass du das als deinen neuen, natürlichen Zustand mit der Zeit akzeptierst.

Nutze also eine Formulierung wie “Ich bin dankbar dafür, dass….” zusammen mit der Affirmation und SPÜRE die Dankbarkeit in dir, die aufkommt, wenn du dir bspw. sagst “Ich bin dankbar dafür, dass ich gut genug bin.”

 

Tipp #3: Arbeite mit deinem Nervensystem!

Logisch, oder? Wo ich weiter oben doch so viel davon gesprochen habe. 😉 Du wirst sicher keine Erfolge mit Affirmationen haben, wenn du sie im Dauerstress anwendest.

Deswegen ist regelmäßige Entspannung so wichtig, um dein Nervensystem zu beruhigen und deinem Gehirn zu sagen “Hey, es ist sicher! Kein Grund für Angst und Panik!” Das funktioniert aber nur, wenn dein Gehirn Entspannung auch wirklich kennt und du sie regelmäßig machst, damit sie sich verankert.

Prädestiniert dafür ist natürlich Yoga (als Yogalehrerin ist das natürlich meine Empfehlung #1 für dich 😉 ) und Meditation. (Wenn du wissen willst, wie du es schaffst, täglich zu meditieren und dranzubleiben, lies dir meinen Blogbeitrag “Täglich meditieren: Mit diesen 5 Tipps bleibst du dran!” durch). Aber natürlich sind auch Techniken wie QiGong / Tai Chi, gezielte Atemübungen oder auch Klopftechniken wie EFT sehr gut geeignet, um deinen Parasympathikus (du erinnerst dich? Das ist dein Entspannungsnerv.) zu trainieren.

Wenn du regelmäßig deinen Parasympathikus trainierst, wirst du mit der Zeit merken, wie viel gelassener und entspannter du wirst und wie viel leichter du dadurch auch innere Blockaden und Widerstände auflösen kannst. Und damit auch die Widerstände den Affirmationen gegenüber, die du (noch) nicht glauben kannst.

 

Zusammenfassung

Affirmationen sind eine wunderbare Möglichkeit, deine unbewussten negativen Glaubenssätze zu überschreiben – vorausgesetzt, du kannst dir glauben, was du dir sagst. Das wird oft nicht berücksichtigt, wenn Menschen mit Affirmationen arbeiten, ist aber entscheidend für den Erfolg der “Neuprogrammierung”.

Denn was passiert oft, wenn man mit Affirmationen arbeitet, die nicht wirken? Bestenfalls kommt Frust auf, schlimmstenfalls wachsen Scham und Selbsthass (“Ich bin einfach unfähig. Noch nicht mal das kann ich.”) und dann sind Affirmationen sogar gefährlich.

Wenn du aber verstehst, wie das Nervensystem funktioniert und wie du es für dich arbeiten lässt, wird es für dich wesentlich leichter und Affirmationen können ihre volle Wirkung entfalten.

 

Lass mich gerne in einem Kommentar unter diesem Beitrag wissen, wie dir diese Tipps gefallen und wie sie dir geholfen haben, dass Affirmationen nun besser für dich wirken. 🤗

See yourself. Be yourself. Free yourself.

Namasté

Deine Claire

Kommentare

  1. Pingback: Neue, positive Glaubenssätze finden und verankern: So gehst du vor, um dein Mindset positiv zu verändern - Claire Oberwinter

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