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ToggleIch stehe vor dem Spiegel und könnte heulen. Die Speckrolle am Bauch ist schon wieder dicker geworden. Ich fühle mich wie das Michelin-Männchen und eindeutig nicht wohl.
Ich frage mich: Wird das jetzt, wo ich in den Wechseljahren bin, immer so weiter gehen, dass ich ständig zunehme? Und ist das nicht gesundheitsgefährdend? Was kann ich dagegen tun?
Diese Fragen führen mich zurück zu meiner Ernährungsberaterin, mit der ich einige Zeit zusammen gearbeitet habe, um meine Schlafstörungen und ständigen Hungergefühle in den Griff zu bekommen – erfolgreich übrigens!
Sie schlägt mir vor, doch mal für eine sog. Bioimpedanz-Analyse (BIA) in ihr Ernährungsinstitut zu kommen. Dabei stelle ich mich auf eine Waage, die Werte wie Muskelmasse, Fettmasse, Wasseranteil uvm. misst, um Zahlen, Daten und Fakten darüber zu bekommen, was in meinem Körper los ist.
Ich muss sagen: Das Ergebnis hat mich überrascht! Denn ich war überzeugt davon, dass ich auf einem gefährlichen Weg bin (Stichwort: viszerales Fett – dazu komme ich gleich noch genauer). Aber die Ergebnisse sind eindeutig. Der einzige Wert, der im negativen Bereich landet bei mir, ist der BMI. Laut diesem bin ich leicht übergewichtig. Aber auf diesen Wert gebe ich rein gar nichts, denn er berücksichtigt nicht, wie sich mein Gewicht zusammensetzt.
Das wiederum zeigen andere Werte der Analyse und die sind allesamt im grünen Bereich. Laut „TRU Body Score“ (ein Wert, der Muskelmasse und Körperfettanteil bewertet und Trainingsfortschritte im Vergleich zur eigenen Referenzgruppe (Alter, Geschlecht, Körpergröße) zeigt, wobei 100 Punkte den Durchschnitt darstellen), liegt bei mir bei 113. Das heißt, ich liege mit meinem Körper weit über dem Durchschnitt meiner Referenzgruppe.
Ich weiß noch, wie erleichtert ich nach der BIA war, diese vielen verschiedenen Daten zu sehen, die alle zeigen, dass ich mehr als nur gesund bin.
Ja, mein Speckröllchen am Bauch, das deutlich größer geworden ist im Vergleich zu den Jahren davor, stört mich. Aber es ist nicht gesundheitsgefährdend und ich bin mit dem Weg, den ich eingeschlagen habe, definitiv auf der richtigen Route.
Aber warum nehmen so viele Frauen in den Wechseljahren zu? Welches Fett ist gesundheitsschädlich und warum wird die andere Fettart so gut wie nie erwähnt? Was hat Stress mit Gewicht zu tun? Warum ist es kontraproduktiv, weniger Kalorien zu dir zu nehmen? Und was kannst du konkret tun, um Gewicht zu verlieren oder zu halten und vor allem: um ganzheitlich gesund, gelassen und glücklich durch die Wechseljahre zu kommen?
In diesem Artikel bekommst du Antworten auf all diese Fragen – mit echtem Hintergrundwissen, ohne Diät-Versprechen, und mit dem, was wirklich funktioniert.
Beitrag als Podcastfolge
Warum Frauen in den Wechseljahren zunehmen
Der Unterschied zwischen viszeralem und subkutanem Fett
Bevor wir tiefer in die Ursachen für Gewichtszunahme in den Wechseljahren einsteigen, möchte ich erst einmal eine wichtige Unterscheidung treffen, die in Artikeln zu diesem Thema so gut wie nie gemacht wird. Denn: Fett ist nicht gleich Fett.
Viszerales Fett
Wenn von einer Zunahme an Körperfett in den Wechseljahren gesprochen wird, steht fast immer ausschließlich das sog. viszerale Fett im Vordergrund. Das ist die Art von Fett, die sich im Bauchraum um die Organe legt und hochgradig gesundheitsschädlich ist.
Es wirkt entzündungsfördernd und gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie für Stoffwechselerkrankungen und Insulinresistenz.
Die einzige Möglichkeit, viszerales Fett zu identifizieren, ist die Messung des Taillenumfangs (bis 80 cm ist alles ok) oder die bereits angesprochene Bioimpedanz-Analyse. Man kann auch ein CT oder MRT machen, aber das ist für diesen Zweck eindeutig zu teuer und aufwendig.
Übrigens: Auch schlanke Frauen können viel viszerales Fett haben – der BMI verrät das nicht. Fachleute nennen das das TOFI-Phänomen: Thin Outside, Fat Inside.
Subkutanes Fett
Im Gegensatz dazu ist das subkutane Fett ( = Fett unter der Haut) nicht gesundheitsschädlich und lässt sich mit einem einfachen Griff in den Bauch (oder Blick in den Spiegel) feststellen. Es dient sogar der Energiespeicherung, Polsterung und Wärmeregulation. Und nach der Menopause passiert sogar etwas besonders Spannendes: Studien deuten darauf hin, dass das subkutane Fett Östrogene abgibt, so dass der Körper immer noch mit diesem Hormon versorgt wird.
Man könnte also sogar sagen: Der Körper bereitet sich auf den Östrogenabfall vor und nutzt diesen Effekt als „Vorsorge“ für den späteren Wegfall der Östrogene. Ganz schön clever unser Körper, oder? 😉
Ja, glaub mir, bei aller Begeisterung über die Intelligenz unseres Körpers, könnte ich genauso wie du darauf verzichten, dass mein Röllchen am Bauch immer größer wird. Es ist einfach nicht schön, da muss man nicht drüber reden. Aber mir gibt es dennoch ein wenig Frieden zu wissen, dass diese Art Fett erstens nicht gesundheitsschädlich ist und zweitens mein Körper einfach das tut, was er für das Beste hält, um mich bestmöglich am Leben zu halten.
Darum nehmen Frauen in den Wechseljahren zu
Lass uns nun einmal auf die Gründe schauen, warum Frauen in den Wechseljahren an Gewicht zunehmen. Das liegt an verschiedenen Faktoren:
- Hormonelle Ursachen
Der sinkende Östrogenspiegel ist der bekannteste Faktor, aber nicht ganz so direkt, wie oft behauptet wird. Östrogen steuert, wo der Körper Fett einlagert: Solange es ausreichend vorhanden ist, landet Fett bevorzugt an Hüften und Oberschenkeln. Mit dem Abfall in der Peri- und Postmenopause verschiebt sich dieses Muster hin zum Bauch.
Gleichzeitig sinkt auch Progesteron, was Wassereinlagerungen und ein Völlegefühl begünstigen kann, was sich auf der Waage zeigt, aber kein echtes Fett ist.
Übrigens: Die Gewichtszunahme beginnt laut Studien bereits 5 Jahre vor der letzten Periode und erreicht etwa 2 Jahre danach ein Plateau. Im Schnitt sind das ca. 0,5 kg pro Jahr zwischen 40 und 60. - Stress & Cortisol
Das ist der Faktor, der am häufigsten übersehen wird. Chronischer Stress erhöht den Cortisolspiegel. Cortisol wiederum signalisiert dem Körper: Fettreserven anlegen, besonders im Bauchbereich. Das gilt auch dann, wenn du dich eigentlich gesund ernährst und ausreichend bewegst.
Und der Teufelskreis: Schlafmangel – in den Wechseljahren ohnehin häufig – erhöht ebenfalls den Cortisolspiegel. Mehr Cortisol stört den Schlaf. Mehr Schlafmangel fördert Bauchfett.
Entspannung und Nervensystemregulation ist also keine „Wellness-Zugabe“, sondern hat direkte Auswirkungen auf die Körperzusammensetzung. - Schwund an Muskelmasse
Ab etwa 40 verlieren Frauen pro Jahr rund 1% ihrer Muskelmasse – ein Prozess, der sich in den Wechseljahren beschleunigt, weil Östrogen auch für den Muskelerhalt wichtig ist.
Das klingt erstmal harmlos, hat aber einen entscheidenden Stoffwechsel-Effekt: Muskeln verbrauchen auch in Ruhe Energie. Weniger Muskelmasse bedeutet also einen niedrigeren Grundumsatz. Der Körper verbraucht schlicht weniger Kalorien als früher, auch ohne dass sich die Ernährung geändert hat.
Das erklärt, warum viele Frauen sagen: „Ich esse genauso wie früher und nehme trotzdem zu.“ Sie haben recht: ihr Körper hat sich verändert, nicht ihre Disziplin.
Oft ist es eine Kombination aus mehreren Faktoren, die zur Gewichtszunahme führen. Das könnte man jetzt als negativ ansehen, weil es eben bedeutet, dass es keine „Quick Fixes“ gibt. Aber genau das sehe ich als Vorteil: Du hast mehrere Ansatzpunkte, die du nutzen kannst, statt nur einen, der auch scheitern kann, wenn er nicht funktioniert. Zu den Lösungen komme ich natürlich noch. 🙂
Was mir noch wichtig ist zu sagen: Gewicht ist nicht gleich Gewicht. Ich habe vor Jahren aufgehört, mich ständig auf die Waage zu stellen, weil es mich häufig frustriert hat. Und laut BMI bin ich leicht übergewichtig… Aber: Viel entscheidender ist die Verteilung von Muskel- und Fettmasse, nicht das Gewicht! Ich mache viel Krafttraining und habe somit (wie ja auch die BIA gezeigt hat) einen guten Muskelanteil im Körper. Und der wiegt entsprechend und Muskeln machen mich auch optisch ein wenig „breiter“.
Schau also bitte nicht alleine auf die Zahl auf deiner Waage, sondern nutze andere Parameter, um deinen Gesundheitsstatus zu beurteilen.

Warum Diäten und Verzicht alles schlimmer machen
Nun hört und liest man oft, dass man aufgrund des geringeren Grundumsatzes auch weniger Kalorien aufnehmen soll. Das ist nicht per se falsch, aber unter bestimmten Bedingungen auch nicht richtig. Denn diese Empfehlung gilt nur für Frauen, die sich wenig bewegen und die nichts dafür tun, ihren Grundumsatz über Sport zu erhöhen.
Wenn du aber anfängst, deinen Grundumsatz über Sport zu erhöhen (welche Art von Sport dazu am besten geeignet ist, erfährst du gleich), wäre es fatal, wenn du gleichzeitig deine Kalorienzufuhr senkst.
Warum? Das erkläre ich dir am Phänomen der „Low energy availability“ (LEA), das ich durch die Sportwissenschaftlerin Dr. Stacy Sims kennengelernt habe.
LEA entsteht immer dann, wenn dem Körper in einem bestimmten Moment zu wenig Energie zur Verfügung steht, selbst wenn über den Tag verteilt insgesamt genug Kalorien aufgenommen werden, etwa in Form einer großzügigen Mahlzeit abends bei ausgelassenem Frühstück.
Was dann passiert: Wenn der Körper dauerhaft zu wenig Energie bekommt, schaltet er in den Sparmodus. Der Stoffwechsel wird langsamer, Muskelmasse wird abgebaut, was den Kalorienverbrauch zusätzlich senkt. Gleichzeitig reagiert der Körper auf die wahrgenommene Hungersnot, indem er Fett einlagert, besonders im Bauchbereich.
Eine Studie von Jeppesen et al. (2024) zeigt, dass bereits nach 14 Tagen LEA die Leistungsfähigkeit sinkt, begleitet von einem signifikanten Anstieg des Stresshormons Cortisol um 22 Prozent. Selbst nach drei Tagen Refeeding blieben die Leistungseinbußen bestehen, denn der Körper kann sich nicht sofort erholen, wenn die Energieverfügbarkeit zu lange im Defizit war.
Apropos Cortisol: Cortisol führt dazu, dass der Körper seinen Grundenergiebedarf herunterfährt und die Fettspeicherung priorisiert, selbst dann, wenn man eigentlich im Kaloriendefizit ist. Mit anderen Worten: Wer zu wenig isst, unter Dauerstress steht und schlechter schläft, baut genau das Fett auf, das er loswerden will.
Wenn du dir also jetzt denkst „Den Fettpölsterchen sage ich den Kampf an, indem ich mich ab sofort mehr bewege.“, fahre bitte nicht deine Kalorienzufuhr automatisch herunter. Ein Kaloriendefizit kann hier kontraproduktiv sein und zum genauen Gegenteil dessen führen, was du erreichen willst: eine Gewichtszunahme statt einer Gewichtsabnahme.
Ohnehin ist es wichtig, welche Qualität die Kalorien haben, die du zu dir nimmst. Lass uns daher mal auf das schauen, was wirklich hilft.
Was hilft gegen die Gewichtszunahme in den Wechseljahren?
Ernährung
Wie schon erwähnt: Die Qualität der Kalorien ist wichtig. Wenn du dich hauptsächlich von Pommes, Pizza und Cola ernährst, ist es kein Wunder, dass du zunimmst. Denn diese Art von Ernährung enthält kaum Ballaststoffe, keine komplexen Kohlenhydrate, wenig Proteine, dafür aber viel gesättigte Fettsäuren und einfache Kohlenhydrate.
Natürlich ist das ein Extrem-Beispiel und möglicherweise stehen diese Lebensmittel nur wenig auf deinem Speiseplan. Aber was ist mit dem Marmeladen- oder Nutellabrötchen am Morgen? Corn Flakes? Orangensaft? Nudeln? Das sind alles Lebensmittel, die bei den meisten Menschen häufig auf dem Speiseplan stehen und, obwohl sie sich gesünder anhören als Pommes, Pizza und Cola, die gleichen „Probleme“ mit sich bringen.
Was hilft, um das eigene Gewicht zu halten oder zu reduzieren:
- eine ballaststoffreiche Ernährung: Diese erreichst du, indem du viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte zu dir nimmst.
- komplexe Kohlenhydrate: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse/Kerne/Samen enthalten komplexe Kohlenhydrate.
- ausreichend Protein: Vor allem Hülsenfrüchte jeglicher Art sowie Fleisch und Milchprodukte enthalten viel Protein.
- Verzicht auf Zucker und Alkohol
Was all diese Punkte gemeinsam haben: Der Blutzuckerspiegel steigt nach dem Essen weniger stark an, Hungerattacken werden weniger (und damit auch die Kalorienzufuhr) und es wird in Folge weniger Fett eingelagert.
Krafttraining
Die meisten Frauen denken, wenn sie abnehmen wollen, dass sie mehr Cardiotraining machen sollten, also sowas wie Joggen, Tanzen, Radfahren, Schwimmen. Bis zu den Wechseljahren ist das auch nicht ganz falsch und auch in den Wechseljahren ist ein Ausdauertraining fürs Herz-Kreislaufsystem hilfreich.
Aber: Es tut nichts für den Fettabbau. Denn was am meisten Energie verbraucht (sogar im Ruhezustand), sind Muskeln. Und die werden ja ab 40, eigentlich sogar ab 30, zunehmend abgebaut und dieser Effekt verstärkt sich in den Wechseljahren umso mehr.
Wer also sein Gewicht halten oder Gewicht verlieren will, kommt um Krafttraining nicht herum. Es wird empfohlen, zwei bis drei Einheiten pro Woche zu machen. Was genau, hängt natürlich von deinem Kraftlevel ab. Wenn du erst damit anfängst, reichen Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Wenn du schon gut trainiert bist und Eigengewichtsübungen für dich keine große Herausforderung mehr sind, solltest du unbedingt mit Widerstandsbändern oder Hanteln arbeiten.
Wichtig dabei ist, die Intensität immer weiter zu steigern, nicht in Form von Wiederholungen, sondern Gewicht. Also nicht z.B. von 3 x10 auf 3 x 15 Wiederholungen gehen, sondern den Widerstand bei den 3 x 10 Wiederholungen erhöhen.
Nervensystemregulation/Stressabbau
Wie schon erwähnt, sorgt permanenter Stress dafür, dass das Cortisollevel dauerhaft erhöht ist, was wiederum zu einer Fetteinlagerung führt. Daher ist es unerlässlich, Stress abzubauen und das Nervensystem zu regulieren, um den Cortisolspiegel zu senken.
Wenn du darin etwas tiefer einsteigen willst, empfehle ich dir meinen Blogartikel „Stressabbau in den Wechseljahren: Warum er essenzieller ist denn je„.
Und wenn du wissen willst, welche Methoden zur Nervensystemregulation es gibt, empfehle ich dir meinen Blogbeitrag „13+ Möglichkeiten, um dein Nervensystem zu regulieren„.
Kältesnacks
Im Podcast „Hormongesteuert“ habe ich in der Folge „Kälte-Snacks statt Diäten: Neue Wege aus der Gewichtsfalle“ den Tipp gehört, mit kleinen Kälte-Snacks den Stoffwechsel anzukurbeln, z.B. indem du beim Duschen mal das Kaltwasser aufdrehst.
Aber Vorsicht: Dr. Stacy Sims, die ich weiter oben schon erwähnt habe, warnt vor Eisbädern für Frauen, da diese wieder den Cortisolspiegel erhöhen können. Also nicht zu lang und nicht zu kalt – dann sollte das funktionieren!
Yoga: Dein Verbündeter in den Wechseljahren
Wenn ich über Lösungen spreche, darf natürlich Yoga nicht fehlen. Nicht (nur) weil ich Yogalehrerin bin und das sagen muss, sondern weil die Wirkung auf genau die Faktoren, die wir gerade besprochen haben, wissenschaftlich gut belegt ist.
- Hormonelle Balance: Regelmäßige Yogapraxis wirkt regulierend auf das endokrine System, also das Hormonsystem. Bestimmte Asanas und Atemübungen stimulieren die Schilddrüse, die Nebennieren und die Hypophyse und unterstützen so die hormonelle Balance in einer Zeit, in der der Körper gerade alles andere als im Gleichgewicht ist.
- Stressabbau und Nervensystemregulation: Hier schließt sich der Kreis zu Cortisol: Yoga – insbesondere restorative und Yin-Praktiken – aktiviert den Parasympathikus, also den „Ruhenerv“ des Nervensystems. Der Körper kommt aus dem Alarm-Modus heraus. Cortisol sinkt. Und damit sinkt auch der Anreiz des Körpers, Fett im Bauchbereich einzulagern. Yoga ist in diesem Sinne keine Entspannungsübung als Belohnung nach einem stressigen Tag. Es ist vielmehr aktive Nervensystemregulation mit direktem Einfluss auf die Körperzusammensetzung.
- Achtsamkeit beim Essen: Wer regelmäßig Yoga praktiziert, entwickelt eine feinere Wahrnehmung für die eigenen Körpersignale und das gilt auch am Esstisch. Hunger und Sättigung werden bewusster wahrgenommen, emotionales Essen tritt seltener auf. Nicht weil man sich zwingt, weniger zu essen, sondern weil man einfach besser zuhört.
- Körperwahrnehmung: Yoga schult die Interozeption, also die Fähigkeit, den eigenen Körper von innen wahrzunehmen. Du merkst früher, wenn du übermüdet bist, wenn du dich überfordert hast, wenn du Bewegung brauchst oder Ruhe. Diese Körperintelligenz ist gerade in den Wechseljahren Gold wert, weil sich der Körper gerade so stark verändert.
- Selbstakzeptanz: Und dann ist da noch etwas, das sich schwerer messen lässt, aber vielleicht am wichtigsten ist: Yoga verändert die Beziehung zum eigenen Körper. Nicht über Nacht, und nicht ohne Rückschritte. Aber eine regelmäßige Praxis lädt dazu ein, den Körper als Verbündeten zu sehen und nicht als Projekt, das endlich funktionieren soll.
Auch hier kannst du gerne tiefer einsteigen ins Thema, wenn du meinen Blogbeitrag „Yoga in den Wechseljahren: Was es leisten kann und was nicht“ liest.
Fazit
Gewichtszunahme in den Wechseljahren ist keine Frage fehlender Disziplin. Sie ist eine biologische Reaktion auf tiefgreifende hormonelle Veränderungen, die du weder dir eingebildet hast noch selbst verschuldet hast. Und wie du jetzt weißt, ist nicht jedes Fett gleich: Das Röllchen, das dich im Spiegel stört, ist in den meisten Fällen subkutanes Fett und damit weit weniger gefährlich als sein Ruf.
Was wirklich hilft, ist kein Verzicht, sondern ein Umdenken: weg vom Kaloriendefizit, hin zu Qualität. Weg vom reinen Cardiotraining, hin zu Krafttraining. Weg vom Dauerstress, hin zu echter Nervensystemregulation. Und weg vom Körper als Problem, hin zum Körper als Verbündeten.
Das ist kein schneller Weg. Aber es ist ein nachhaltiger. Und er führt genau dorthin, wo ich dich hinbegleiten möchte: zu einem Leben, das ganzheitlich gesund, gelassen und glücklich ist – auch in und nach den Wechseljahren.
Bereit für den nächsten Schritt?
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Häufig gestellte Fragen zur Gewichtszunahme in den Wechseljahren
Warum nehme ich in den Wechseljahren zu, obwohl ich genauso esse wie früher?
Dein Körper hat sich verändert, nicht deine Disziplin. Ab etwa 40 verlierst du jährlich rund 1 % deiner Muskelmasse – ein Prozess, der sich in den Wechseljahren beschleunigt. Da Muskeln auch im Ruhezustand Energie verbrauchen, sinkt dein Grundumsatz. Dein Körper verbraucht schlicht weniger Kalorien als früher, auch ohne dass du anders isst.
Ist die Gewichtszunahme in den Wechseljahren gefährlich?
Das kommt darauf an, um welche Art von Fett es sich handelt. Viszerales Fett, das sich um die Organe im Bauchraum legt, ist tatsächlich gesundheitsschädlich und ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Subkutanes Fett hingegen – also das Fett unter der Haut, das du sehen und anfassen kannst – ist nicht gesundheitsgefährdend und sogar nützlich. Es ist also wichtig zu wissen, welche Art von Fett du einlagerst, bevor du Alarm schlägst.
Was hat Stress mit meinem Gewicht in den Wechseljahren zu tun?
Sehr viel: Chronischer Stress erhöht den Cortisolspiegel und Cortisol signalisiert dem Körper, Fettreserven anzulegen, besonders im Bauchbereich. Das passiert selbst dann, wenn du dich gesund ernährst und ausreichend bewegst. Dazu kommt: Schlafmangel erhöht ebenfalls Cortisol, was wiederum Bauchfett fördert. Nervensystemregulation ist deshalb keine Wellness-Zugabe, sondern hat direkte Auswirkungen auf deine Körperzusammensetzung.
Sollte ich in den Wechseljahren weniger essen, um nicht zuzunehmen?
Nicht automatisch und schon gar nicht, wenn du dich körperlich betätigst. Wenn dem Körper dauerhaft zu wenig Energie zur Verfügung steht, schaltet er in den Sparmodus: Der Stoffwechsel wird langsamer, Muskelmasse wird abgebaut und der Körper lagert vermehrt Fett ein, besonders im Bauch. Wichtiger als weniger Kalorien ist die Qualität dessen, was du isst: ausreichend Protein, komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe und möglichst wenig Zucker und Alkohol.
Welche Sportart hilft am meisten gegen Gewichtszunahme in den Wechseljahren?
Krafttraining – und das überrascht viele Frauen. Cardio ist gut fürs Herz-Kreislaufsystem, tut aber wenig für den Fettabbau. Da Muskeln auch im Ruhezustand Energie verbrauchen, ist der Aufbau und Erhalt von Muskelmasse der effektivste Weg, den Grundumsatz zu stabilisieren. Zwei bis drei Krafteinheiten pro Woche werden empfohlen, mit steigendem Widerstand, nicht nur mehr Wiederholungen.
Kann Yoga bei der Gewichtszunahme in den Wechseljahren helfen?
Ja, aber nicht als klassisches Kalorienverbrennungs-Training. Yoga wirkt auf die Faktoren, die die Gewichtszunahme begünstigen: Es senkt den Kortisolspiegel, reguliert das Nervensystem, fördert die Körperwahrnehmung und kann achtsameres Essverhalten unterstützen. Restorative und Yin-Praktiken sind dabei besonders wirksam, weil sie den Parasympathikus aktivieren und den Körper aus dem Alarmmodus holen.
Was ist der BMI und warum ist er in den Wechseljahren wenig aussagekräftig?
Der BMI misst nur das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße. Er sagt nichts darüber aus, wie sich das Gewicht zusammensetzt. Wer viel Muskelmasse hat, kann laut BMI übergewichtig sein, obwohl die Körperzusammensetzung sehr gesund ist. Aussagekräftiger sind der Taillenumfang (bis 80 cm gilt als unbedenklich) oder eine Bioimpedanz-Analyse, die Muskelmasse, Fettmasse und Wasseranteil differenziert misst.

Namasté. Ich bin Claire, Yogalehrerin und zertifizierte Wechseljahreberaterin. Seit 2012 ist Yoga mein Anker, der mich heute gelassen durch den Hormon-Dschungel trägt. Meine Mission: Dich dabei zu unterstützen, die Wechseljahre nicht nur zu überstehen, sondern als kraftvolle Neuausrichtung zu erleben – ganzheitlich gesund, gelassen und glücklich.


