Über Pilgern zu dir selbst finden - Interview mit Jana Wieduwilt

Über Pilgern zu dir selbst finden – Interview mit Jana Wieduwilt

Spätestens seit Hape Kerkelings Buch “Ich bin dann mal weg” (ein ziemlich großartiges Buch, wie ich finde!) ist der Jakobsweg in Spanien auch hier weithin bekannt und durchaus beliebt. Nicht wenige Menschen gehen ihn, weil sie auf der Suche nach etwas sind. Alle vereint, dass sie auf der Suche nach sich selbst sind und sie sich wünschen, durch das Pilgern zu etwas Tieferem in sich vorzudringen.

So war es auch für Jana Wieduwilt, die 2017 auch den Jakobsweg gegangen ist. Jana ist seit 24 Jahren Mutter, seit 20 Jahren Unternehmerin und seit 5 Jahren BusinessPilgerin. Als Marketing Coach begleitet sie ihre Kundinnen, die sich mit viel Lebens- und Berufserfahrung auf das Abenteuer Selbstständigkeit begeben, zu ihren Lieblingskunden. Ihr Spezialgebiet sind die weiblichen Archetypen für Marketing und Werbung – auf ihrem Blog gibt es ganz viel darüber zu lesen. Jana führt ihr Unternehmen mit 7 Mitarbeitern seit 2018 ortsunabhängig und nutzt das Pilgern als ihre persönliche Reise zu Entspannung und sich selbst. Da sie von unterwegs arbeitet, entstand das BusinessPilgern ®.

Und genau darüber habe ich ausführlich mit Jana in diesem Interview gesprochen und mal wieder viele Parallelen zum Yoga ziehen können. Du erfährst in diesem Interview, was Jana dazu veranlasst hat, den Jakobsweg zu gehen, wie es ihr damit ergangen ist, welche Erkenntnisse sie für sich mitgenommen und was sich seitdem für sie selbst und ihr Business verändert hat.

Viel Freude mit diesem Interview! 🙂

 

 

Transkription des Interviews mit Jana Wieduwilt 

 

Claire

Om Shanti und Namasté. Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge in diesem Podcast Entfalte dein wahres Selbst

Heute habe ich wieder eine Interview-Partnerin zu Gast, nämlich die liebe Jana. Hallo Jana!

 

Jana

Hallo!

 

Claire

Bevor sich die Jana gleich einmal kurz vorstellt. Ich finds immer schön zu erklären, woher man sich kennt. Jana und ich sind eine typische Internetbekanntschaft. So würde ich es mal ausdrücken. Als ich noch auf LinkedIn war, was inzwischen nicht mehr der Fall ist, sind wir irgendwie in Kontakt gekommen. Ich weiß gar nicht mehr wie. Also wir haben uns irgendwann befreundet und dann war irgendwie ein bisschen Austausch da. 

Irgendwann hat Jana mich in ihren Podcast “Frau. Business. Erfolg.” eingeladen. Wir haben über Yoga und Coaching im Business gesprochen. Wie es dazu kam, mein Weg und wie es dazu kam, dass ich diese beiden im ersten Moment nicht zueinander passenden Themen miteinander verknüpft habe. Das Interview verlinke ich auch gerne einmal in den Shownotes. 

Dann kam irgendwann später das Thema, dass Jana ja auch ein Thema für meinen Podcast hätte. Wir werden heute über ein sehr spannendes Thema sprechen, nämlich Pilgern und was das mit der Reise zu sich selbst zu tun hat oder mit dem Prozess, zu sich selbst zu finden.

Das ist so ganz grob das Thema, über das wir heute sprechen werden. Gut, jetzt habe ich ganz viel gesagt und jetzt möchte ich Dir, Jana, erst mal die Möglichkeit geben, dich hier kurz vorzustellen.

 

Jana

Ja, vielen Dank. Danke für die Einladung, dass ich hier sein darf beim Podcast.

Wer bin ich? Das ist eine gute Frage meines Lebens. Um gleich mal sehr philosophisch einzusteigen. Ja, ich erzähl euch vielleicht erst mal ganz profan die Dinge, die ich tue.

Ich bin Unternehmerin seit 20 Jahren. Ich habe ein Marketing-Consulting und Coaching-Unternehmen mit 7 Mitarbeitern. Was jetzt vielleicht so ein bisschen hin leitet auf das Thema Pilgern. Wir sind komplett ortsunabhängig remote unterwegs und zwar schon seit 2018. Und das hat ganz viel mit dem Pilgern zu tun. Während des Pilgern habe ich mir gedacht, das müsste doch gehen. Also ich war 2017 das erste Mal auf dem Jakobsweg Camino Frances pilgern. Also der, den auch Hape Kerkeling gegangen ist. Den alle gehen.

 

Claire

Also den Bekanntesten.

 

Jana

Ja, den Bekanntesten. Ich hatte ganz furchtbare Angst vorher das zu tun. Finde ich den den Weg und wird der Rucksack nicht so schwer. Also diese klassischen Standardfragen. Ich wollte aber und irgendwas hat mich da hingezogen.

Ich bin gegangen mit der Frage “Was ist eigentlich mein Warum?”.

 

Ich mache es kurz. Zu der Zeit, wie jetzt auch, ich habe ständig Kunden im Consulting-Bereich und ich habe wirklich überlegt, “Wie kann, wie können wir das machen?”, auch mit meinem Team. Wir hatten damals ein ganz festes Büro, klassisches 100 Quadratmeter Büro, ganz klassisch, wo alle Leute jeden Tag zur Arbeit gekommen sind. Ich bin vormittags gepilgert und nachmittags habe ich mein Laptop aufgeklappt in der Pilgerherberge. Ich habe so ein bisschen gearbeitet und meinen Leuten die Fragen beantwortet, paar Telefonate gehabt. Und so weiter. 

 

Und dann habe ich gedacht: “Das ist eigentlich cool. Vormittags bin ich im Laufen und durch dieses Laufen, bin ich zwar körperlich ausgelastet, aber nicht geistig.”. Also ich war dann so in meinem Flow, habe mir die Landschaft betrachtet, habe über meine Fragen nachgedacht. Ich war komplett entspannt. Und durch diese Entspannung, dadurch, dass mein Geist sich über den Tag, also über den Vormittag, so leeren konnte. Ich weiß nicht, vielleicht kennt der ein oder andere Hörer oder du vielleicht auch Claire, wenn du so lange gehst, immer im gleichen Rhythmus, du gehst und gehst und gehst, entsteht irgendwann so ein, ich nenne es Meditations-Effekt, dass du dann nur im Gehen bist. Du bist, du gehst zwar, aber du bist. Und dadurch war mein Geist schön leer, schön runtergefahren und ich war unglaublich effizient. Was ich auf dieser Pilgerreise gearbeitet habe, in den zwei Stunden am Nachmittag, dass hätte ich normal in drei oder vier Wochen Fulltime gearbeitet. Und da ist mir klar geworden, “Warte mal, irgendwas ist anders!”. Ich bin groß geworden mit der Maxime: “Viel Arbeit bringt viel Ergebnis, wenig Arbeit bringt kein Ergebnis!”.

 

Claire

Ja, ich glaube, damit sind wir alle aufgewachsen und das wird ja auch immer noch hochgehalten.

 

Jana

Ja, also diese klassische Arbeit muss schwer sein, aber dann ist es auch was Ernsthaftes. Kann man nicht nebenbei so beim Pilgern machen. Ich habe es aber an mir selber gemerkt. Meine Leute haben gesagt: “Hey, du bist so entspannt, was ist los?” Und ich war so dermaßen klar und auf den Punkt. Dadurch, dass ich mir am Vormittag diese Zeit gegönnt habe, genommen habe und gepilgert bin. Also ich bin kein Hochleistungs-Pilgerer. Ich bin ja so zwischen 20 und 30 Kilometer am Tag gepilgert, nicht mehr.

 

Claire

Was aber schon recht viel ist muss ich sagen.

 

Jana

Ja, aber es sind ja auch Leute dabei, die gehen so 50 Kilometer und sind in rasender Geschwindigkeit. Ich bin ein Genuss-Pilgerer. Und 30 Kilometer schaffst du, wenn du gut durchläuft, ohne zum Ziel zu rennen oder irgendwas, schaffst du es in 5-6 Stunden. Das geht schon. Wenn es nicht zu bergig ist.

 

Claire

Auf gerader Fläche. Ja, da würde ich zustimmen. Ich gehe selber wandern. Insofern kenne ich so grob die Geschwindigkeiten. Bei bergigen würde ich, finde ich das sehr sportlich in 5-6 Stunden.

 

Jana

Also sagen wir so, die Bergetappen kann man ja auch weniger nehmen. Dann ist man so 14 Uhr – 15 Uhr der Pilgerherberge. Dann duschen, frisch machen, etwas Essen, 16 Uhr und der Geist ist so frei. Das ist etwas, dass hat tatsächlich mein Leben in vielerlei Hinsicht verändert. Und zwar habe ich dann schon während des pilgerns überlegt, ob das nicht mein Lifestyle werden könnte. Also ich habe es dann so gedacht, dass ist wie halbtags arbeiten. Dann dachte ich als nächstes, eigentlich halbtags pilgern und habe dann das Business-Pilgern daraus gemacht. Das ist mein Lifestyle, mein Lifestyle ist Business-Pilgern. 

 

Das heißt auch jetzt, das mache ich wirklich, seitdem ich pilgern war. Ich gehe fast jeden früh, außer das geht wirklich mal nicht oder ich bin krank oder irgendwas. Ich geh zuerst wandern oder ich nenne es Pilgern in die Natur. Dann natürlich keine 5-6 Stunden, sondern 2-3 Stunden, aber das schon konsequent. 

Und komme dann wieder rein, wo auch immer ich gerade bin, an meinen Rechner, so möchte ich sagen. 

 

Ich bin dann wirklich frisch für den Tag. Das ist meine kleine oder auch große Meditations-Insel des Alltages. Ich meditiere ab und zu zusätzlich gerne, aber nicht jeden Tag. Ich mache auch kein Yoga oder so. Möchte ich gerne, habe ich aber immer noch nicht so eine richtige Routine. Aber dieses Pilgern, das ist mir geblieben. Und das ist eine Art “Ich kann!”. Ich bin draußen. Ist egal welches Wetter ist, also im Sommer, Winter, Regen, Schnee egal. In dem Moment, wo ich dann draußen bin, passiert so etwas Magisches. Ich bekomme einen unglaublichen Abstand zu den Dingen, über die ich bis gestern Abend noch nachgedacht habe. Es relativiert sich alles. Auch scheinbar riesige Probleme relativieren sich, wenn ich zum Beispiel einen Baum sehe.

 

Ich kann über die Magie und Zusammenhänge der Schöpfung unendlich staunen. Ich bewege mich und durch dieses Bewegen, ich weiß nicht, ob es auch anderen Leuten so geht, aber dieses Bewegen klärt meine Gedanken. Es kommen Dinge, man sagt ja auch Emotion. Also es kommen meine Emotionen in Bewegung, wenn man es so will.

 

Claire

Ja.

 

Jana

Ist vielleicht beim Yoga an der ein oder anderen Stelle ähnlich. Das weiß ich nicht. Aber das ist eine Methode, die für mich sehr, sehr gut funktioniert. Die bedient natürlich auch meinen Leistungsgedanken, den habe ich einfach habe. Ich bin schon eher ein High-Performer und ich kann nur sagen: “Geil, ich bin, weiß ich nicht, wie viele Schritte gelaufen oder irgendwie so etwas.”.  Aber ich gehe nicht wegen der Schritte, sondern ich freue mich einfach, dass ich …

 

Claire

Du freust dich auf den Effekt, der entsteht.

 

Jana

Was dann passiert. Naja und ich kann aber natürlich meinen kleinen Leistungs-Fetisch auch damit befriedigen. In dem ich sage: “Hey, heute bin ich wieder 10.000 Schritte gelaufen. Vor der Arbeit, vor dem, was man klassische Arbeit nennt.”

 

Claire

Ja. Du kannst das wunderbar verknüpfen diese beiden Punkte.

 

Jana

Auf diesem Pilgern, also diesen Daily Pilgern, ich habe auf einmal Ideen. Es ist dieser gleiche Effekt, der damals schon eingetreten ist auf dem klassischen Jakobsweg. Es kommen Lösungen zu mir, die ich, wo ich vorher vielleicht 2 Tage drüber nachgedacht habe, wo wir auch im Team gesprochen haben. Und auf einmal sind die Lösungen da. Ich habe immer Zettel und Stift dabei. 

 

Claire

Das ist gut. 

 

Jana

Ich habe auch immer mein Handy dabei, das gebe ich auch zu. Ich kann die Dinge aufschreiben und das mache ich auch. Es haben mich schon Einige ganz komisch angeguckt, wie ich auf einmal dann den Rucksack rauskrame und mein Buch rausnehmen und auf einmal wie wild was aufschreibe. Gut, damit muss ich dann leben.

 

Claire

Wir können inzwischen häufiger drauf sch****, was andere Leute über uns denken. Also ich merke, wie es mir immer leichter fällt, gewisse Dinge zu tun, ohne daran zu denken, was Andere darüber jetzt wohl denken könnten. Und so was wie, ich schreib mir mal schnell etwas auf und wühle aufgeregt in meinem Rucksack, um mir etwas aufzuschreiben. Wenn mich Leute da doof angucken, sollen sie mich halt doof angucken, ist mir doch egal. Ja, aber ich finde das halt so spannend, was du sagst, aus 2 Gründen. Ja, der eine Grund ist, weil du auch sagt, dass ja Meditation selten, Yoga noch nicht und ich hätte ich gerne und dies und jenes. Ich habe gerade erst einen Beitrag veröffentlicht und dann auch eine Podcast-Folge. Ich mache immer beides, wo es darum geht, warum Yoga und Meditation nicht für jeden geeignet sind. Und das ist einmal so, um es kurz zusammenzufassen Es ist eine Frage des Typs. Nicht jeder mag es, Punkt. 

 

So die andere Frage ist der Zustand des Nervensystems. Bin ich eher in einem regulierten Zustand. Fällt es mir schwerer zu entspannen, weil Entspannung für den Körper oder für das Nervensystem eine Gefahr darstellen kann? Ich will das niemandem aufschwatzen, dass es so ist. Es können durchaus auch beide Faktoren greifen. Aber deutlich ist für mich gerade bei so einer Beschreibung wie du sagst, dass es für jeden da draußen das Richtige gibt, um das Nervensystem zu regulieren. 

Und auch dazu habe ich gerade ersten Beitrag veröffentlicht, nämlich “Mehr als 13 Möglichkeiten oder 13 + Möglichkeiten, wie man das Nervensystem regulieren kann.”. Da steht unter anderem auch drinnen, dass Natur, also der Gang in die Natur oder das Sein in der Natur, eine Regulationsmöglichkeit darstellt. 

Ich finde bei dir zeigt sich das so ganz klar, dass genau dieser Effekt eintritt, weil reguliert bedeutet nicht per se entspannt, aber reguliert bedeutet, dass diese Phasen von Aktivierung und Entspannung sich natürlich abwechseln und in Balance sind, auf jeden Fall. Der Körper nach einer Aktivierung schnell wieder in die Entspannung zurückfindet. Und in der Entspannungs-Zeit oder in Entspannungs-Phase passiert nämlich genau das, was du beschrieben hast. Wir haben Ideen, wir fühlen uns frei. Alles wirkt auf einmal so entspannt, die Probleme werden kleiner. Es finden sich auf einmal Lösungen für Probleme, auf denen wir tagelang rum gekaut haben. 

 

Deswegen finde ich das so schön, dass du das sagst. Deswegen fand ich das Thema auch so toll, weil ich auch, wenn ich eine “Yoga- und Meditation-Tante” bin und das auch immer in Anführungsstrichen “verteidigen werde”, finde ich es wichtig aufzuzeigen, dass es so viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt, das Nervensystem zu regulieren und dadurch diesen Effekt herzustellen, den du jeden Tag spürst. 

War dir das, bevor du das erste Mal auf Pilgerreise gegangen bist, war das dein Ziel? Mit welcher Intention bist du reingegangen? Du hattest gesagt, dass du die Frage hattest: “Was ist mein Warum?”. Was war so der der Auslöser? Was war so die Intention, mit der du da reingegangen bist?

 

Jana

Der Auslöser war ein Privater. Ich habe bemerkt, in dieser Zeit, das war auch sehr stressig, auch Firmentechnisch sehr stressig, dass ich bestimmte Dinge in meinem privaten Leben noch nicht ganz so verarbeitet hatte. Unter Anderem der Tod meines Vaters. Ich habe es wahrgenommen und es irgendwie abgekapselt in einem Teil von mir und der Rest hat weitergemacht. Ich habe bemerkt, dass ich damit ein Thema habe in Gesprächen mit Freunden, in Gesprächen mit Vertrauten, auch mit Coaches. Und dachte, ich muss mir mal ein bisschen Zeit nehmen, weil das ist nicht so “zwischen 2 Terminen grad mal zu verarbeiten” in Anführungsstrichen. Ich muss mir dafür Zeit nehmen. 

Dann habe ich mit einer Freundin da gesessen und sie meinte so: “Ja, wolltest du nicht schon immer mal pilgern gehen?” Und ich so: “ Ja, stimmt wollte ich, aber ich kann doch nicht.” Und dann kommt gleich wieder, aber ich kann doch nicht mich 4 Wochen ausklinken aus der Firma und ich kann doch das nicht. Und sie so: “ Naja, gut, wenn’s nicht geht.” Wir haben dann doch weiter da gesessen und abends bin ich dann nach Hause gegangen und dachte “Warum kann ich eigentlich nicht?”. Ich habe einen Flug gebucht. Also sofort an dem Abend ohne Jemanden was dazu zu sagen. Es waren noch 3 oder 4 Monate Zeit bis dahin, aber ich habe einen Flug gebucht und auch sofort bezahlt. Gebucht. Bezahlt. 

Am Morgen habe ich meiner Familie verkündet: “Übrigens im März fahre ich pilgern.”  “Aha.”  Und dann war es so gesetzt. 

 

Ich habe, glaub es mir, ich habe so viel Angst gehabt vor dieser Reise. Angst im Sinne von “Wird die Firma überleben, wenn ich dann mal vier Wochen nicht da bin? Werden die Kunden das komplett, das war ja noch vor Corona, da gab es das ja noch nicht mit so Meetings. Also es gab es schon, aber es war nicht üblich. Und so weiter. Und so weiter. Also 1000 Fragen. Und werde ich es körperlich überhaupt schaffen? Ich habe mich zu der Zeit so gut wie nicht bewegt.

Meine Bewegung bestand darin, zum Auto zu gehen und ins Büro zu fahren und wieder zurück. So ungefähr. Es ist ein bisschen übertrieben, aber trotzdem werde ich es körperlich schaffen. Bin ich überhaupt in der Lage, 10 Kilometer am Stück zu laufen mit einem Rucksack auf dem Rücken? Dann gibt es ja Pilger-Ratgeber und dann sagen die. “Ja, du musst schon so ein halbes Jahr vorher üben.”. Ich dachte: “Na gut, ich habe noch 4 Monate Zeit. Können wir mal nächste Woche machen.”

 

Claire

Ist Hape Kerkeling nicht auch völlig unvorbereitet rein?

 

Jana

Ja.

 

Claire

Ja, Ich meine auch. Ich habe das Buch mal gelesen. Ich meine mich erinnern zu können, dass er da auch einfach so rein, ohne sich groß Gedanken zu machen.

 

Jana

Ich bin, glaube ich, zweimal mit einem Wasserflaschen gefüllten Rucksack spazieren gegangen. Das waren so 4 Kilometer. Danach war ich völlig fertig und dachte dann: “Ja, gut.” Irgendwann rückte dann der Tag ran und ich hatte das ja gebucht und bezahlt. Hätte ich es nicht gebucht und bezahlt, wäre ich nicht geflogen. Aber dann hat mich der Geiz, “Da habe ich jetzt bezahlt, jetzt mache ich das auch.”. Ich hatte das auch drin erzählt und. Natürlich waren die ersten Tage, die waren einfach furchtbar. Sie waren furchtbar. Ich war das ja überhaupt nicht gewöhnt. Mir tat Alles weh, Alles, Alles, Alles, was einem weh tun kann. Ich wusste gar nicht, dass mir Alles so weh tun kann. 

Ich habe dann, beim Pilgern ist es ja so witzigerweise vielleicht auch, weil man offen ist. Dafür trifft man immer gerade die Leute, die sehr, sehr, sehr notwendig sind. In den ersten Tagen habe ich so ein paar Highend-Performer aus Australiern getroffen, top durchtrainiert.

Die liefen irgendwie die Berge hoch und runter, so als wäre es gar nichts. Die habe ich voll gejammert. “Mir tut alles weh und ich muss die gar. Ich komme nicht dazu, über meine Trauer nachzudenken, weil mir ja den ganzen Tag alles weh tut.”

Dann hat er zu mir gesagt: “ Ja, dann denk doch einfach was Anderes.” 

Ich dachte so.

 

Claire

Eine gute Antwort.

 

Jana

“Das macht Sinn, was der Typ sagt.” Du bist ja offen beim Pilgern. Also es ist ja schon so eine Art “Urlaubsstimmung” und ich war dann auch nach einer Zeit wirklich drin. Du brauchst ungefähr, ich brauchte damals ungefähr eine Woche, um wirklich im Flow zu sein, dass es mir auch Spaß macht. Aber Aufgeben war keine Option, also das nicht und dann sagt er dir: “Denk doch einfach was Anderes.” Dann dachte ich: “Das könnte ich eigentlich machen.”. Ich habe dann ab dem nächsten Tag nicht mehr über “Oh, jetzt zieht es im Knie. Oh, jetzt zieht’s in der Hacke, unten an der Fußsohle.” nachgedacht. 

Ich habe darüber nachgedacht. “Okay. Warum bin ich denn hier? Was ist denn das Thema? Was hat das vielleicht auch mit dem Tod meines Vaters zu tun?”. Und so weiter. Ich habe dann wirklich und ich will nicht sagen, dass es weniger anstrengend war, aber es war anders anstrengend. Nach einer gewissen Weile ist man ja dann, der Körper ist ein Wunderding, das Ding gewöhnt sich selbst bei solchen Couch Potato wie mir relativ schnell daran, dass jetzt gerade Höchstleistung, oder für meine Verhältnisse Höchstleistung, angesagt ist. Wenn ich mich auch jetzt so beobachte, das habe ich gerade heute Morgen gedacht, ich war mal schnell im Nachbardorf beim Bäcker. Das klingt erstmal sehr easy. Es sind irgendwie nur 3 Kilometer oder 4, aber eine Tour geht steil bergab. 

 

Claire

Die Andere dann steil bergauf.

 

Jana

Also richtig, richtig steil, das sind einige Höhenmeter zu überwinden. Ganz ehrlich hätte ich vor 5 Jahren, never ever, wäre ich auf die Idee gekommen, zu Fuß zum Bäcker in ein Dorf, welches ungefähr, weiß ich nicht, 200 Höhenmeter weiter tiefer liegt. Nee. Oder noch mehr? Ich weiß es nicht. Mit dieser Körperlichkeit haben sich Dinge in mir geändert, zum Beispiel “Ich schafft das jetzt einfach. Da ist jetzt zwar ein Berg, aber wenn ich den Schritt für Schritt gehe und mich vielleicht auch zwischendurch immer mal ausruhe und die Aussicht genieße, dann schaffe ich den. Das ist doch ganz klar.”

 

Also das ist das, was passiert ist an Effekt. Auch täglich, na klar, ich kann auch bis um 9 Uhr schlafen und dann um 10 Uhr oder 11 Uhr meine Termine machen. Das kann ich schon tun.

Ich merke aber, dass dann die Qualität, auch meines Marketing-Coachings, nicht in dem Stil ist, wie ich es gerne hätte. Die ist dann nicht schlecht. Ich meine, ich mache das 20 Jahre. Das ist nicht der Punkt, aber ich bin offener, freier, entspannter und kann auch mehr Ruhe ausüben und auch verteilen, wenn ich es einfach früh mache. 

 

Claire

Ich finde, du hast hier an der Stelle 2 wichtige Dinge gesagt, die für mich so ein Stück weit auch eine Essenz sind. Erstens, dieses Schritt für Schritt Vorgehen. Was uns sehr oft überfordert und stresst, ist dieses große Ganze. Wir haben ein Ziel oder vielleicht auch sogar mehrere. Ist jetzt mal ganz egal, aber da ist irgendwas, was ganz groß am Ende des Horizonts auf uns warten soll. Und allein zu wissen: “Boah Sch***, das ist so weit? Wie soll ich jemals dahin kommen?”. Das sorgt bei den meisten logischerweise für Stress. Bei mir auch. Es ist völlig natürlich. Wenn wir aber genau das machen, was du gemacht hast, dass du sagst: “Ja, aber Schritt für Schritt schaff ich das. Ich ruhe mich aus und guck mal die Gegend an, wenn ich Pause brauche. Dann gehe ich weiter.”  Diese Haltung von “Ich mache das Schritt für Schritt in meinem Tempo. Ich gehe voran.”  Das ist der Prozess. Das ist ein Weg. Es ist ein Prozess, den wir gehen.

 

Das ist ja schon hoch philosophisch, weil es sich auf jedes Lebensthema abwälzen lässt oder übertragen lässt. Egal ob es jetzt um Business-Aufbau geht oder die Karriere. Wenn es einfach ein Projekt im Job ist oder eine persönliche Veränderung abnehmen wollen, whatever. Es ist total egal. Es kann sich, es lässt sich auf Alles übertragen. Und deswegen wollte ich das jetzt einmal so, so ein bisschen herausschälen und da noch mal deutlich machen, wie wichtig genau das ist, dass diese vielen kleinen Schritte am Ende vielleicht nicht zu dem Ziel führen, was wir ursprünglich vorhatten. Ich denke, beim Pilgern ist das noch mal ein bisschen was Anderes, aber manchmal ein Projekt oder so, zeigt sich ja dann auf einmal ein anderes Ziel und das ist ja dann genauso okay. Aber man ist diesen Weg Schritt für Schritt gegangen, darauf kommt es ja an! 

 

Das Zweite, was du gesagt hast. Jetzt muss ich gerade überlegen, weil ich den Faden verloren habe an dieser Stelle.Was hattest du zuletzt noch gesagt.

 

Jana

Das ich freier bin.

 

Claire

Ja, genau. Der Einstieg in den Tag.

Genau, ich kann das total nachvollziehen, weil mein Einstieg in den Tag ist Yoga und Meditation. Ich habe jeden Tag eine andere Praxis, weil ich jeden Tag neu entscheide, was mache ich heute? Aber es hat bei mir immer einen meditativen Charakter. Es hat bei mir immer irgendwas mit Yoga zu tun. Sei es eine Yoga-Einheit, sei es Pranayama, Atemübungen, sei es einfach eine Meditation. Es ist total egal. 

Ich starte meinen Tag und ich starte meinen Arbeitstag, nicht ohne das. Genau aus dem Grund, den du sagst: “Ja, es geht. Es geht ohne. Aber es geht wesentlich schlechter für mich.” Ich merke den Unterschied, wenn ich mir morgens Zeit nehme in den Tag zu starten und meine Routine zu machen. Egal wie die an dem Tag aussieht und wenn ich es nicht tue. Das hat, das macht bei mir einen riesigen Unterschied und ich finde, da kommt es nicht darauf an. Gut bei dir sind es 2 bis 3 Stunden, je nachdem. Meine Praxis ist manchmal nur eine halbe Stunde oder eine Viertelstunde, aber ohne das mache ich, gehe ich nicht in den Tag. Zumindest nicht in meinen Arbeitstag. Am Wochenende ist das noch mal ein bisschen was Anderes mit Familie. Dann stehe ich ausgeschlafen auf und dann gibt es Frühstück. Dann mache ich die Meditation oder die tägliche Praxis eher abends. Das ist okay für mich, weil ich dann aber trotzdem, weil das für mich was anderes ist, wenn ich in meiner Familie bin, dann kann ich, da bin ich trotzdem entspannter. Den Arbeitstag starte ich nicht ohne das und ich finde, das ist auch ein wichtiger Punkt. Es muss am Ende gar nicht die 2-3 Stunden sein, die du investierst, was ich schon großartig finde. Wobei ich der Meinung bin, auch das muss einfach nicht unbedingt sein, wenn es einfach für noch mehr Stress sorgt.

Aber dass es irgendwas morgens braucht, was einen, in diesen Zustand bringt, dass ist für mich unbestritten. Egal was es ist und ob es 10 Minuten sind oder 3 Stunden, ob es Pilgern ist oder Meditation, das ist total egal. Es sollte das sein, was einem 

Guttut. Genau das wollte ich noch sagen.

 

Jana

Absolut. Du hast das so toll zusammengefasst. 

 

Claire

Ja, dass ist für mich etwas, was auch machbar ist. Also jeden Tag sich 10 Minuten morgens Zeit zu nehmen für sich. Ich würde behaupten, das kann Jeder. Nur wir tun so, als ob wir es nicht können. Wir beide sind Selbstständig und wir können unsere Zeit freier einteilen als Angestellte. Wenn dann vielleicht noch Familie dazukommt, ich verstehe die ganzen Schwierigkeiten, die es gibt damit. Gleichzeitig bin ich der festen Überzeugung, wenn wir es wirklich, wirklich wollen, schaffen wir es Alle morgens 5 oder 10 Minuten, uns zumindest mal kurz Zeit für uns zu nehmen. Egal wo wir das tun und ob wir es. Vielleicht ist es unter der Dusche. Wir stehen unter der Dusche und duschen bewusst, also machen unsere Meditation mit offenen Augen unter der Dusche geht das auch. Es muss nicht irgendwie was nacheinander sein. Es kann ja auch eine Gleichzeitigkeit stattfinden mit anderen Tätigkeiten.

 

Jana

Ja, und ich hätte es auch nie für möglich gehalten, als ich war vor 5 Jahren ja auch in diesem Hamsterrad war. Hab  ich mir gedacht. “Um Gottes Willen, ich kann doch die Firma nicht alleine lassen.” Ich bin wesentlich effektiver.

 

Claire

Ja.

 

Jana

Das ist wirklich ein Effekt dadurch, dass ich klar bin. Ich komme einfach wieder zum Pilgern, die Duschen und ich bin nach dieser Dusche klar. “Was ist heute wichtig? Was ist mein Tagesziel Nummer Eins? Was zählt für  mein großes Ziel? Also was? Welcher Schritt ist der Allerwichtigste?” Dann weiß ich ja, dass gucke ich mir schon an, wann habe ich Kundentermine usw.. Wann sind andere Gespräche mit anderen Unternehmern? Logisch habe ich dann “meinen Terminplan” in Anführungsstrichen. Ich schaue wirklich, dass ich diese eine wichtige Aufgabe für diesen Tag sobald wie möglich nach dem Pilgern erledige, weil ich mir ganz viel schon während des Pilgern überlege. Ich meine, ich gehe ja nicht, ich bin nicht komplett leer in der Zeit. 

Es gibt auch Phasen, wo ich wieder mal so meine Baumumarmung-Phase habe, dann bin ich leer, dann bin ich komplett leer. Bin ich nur hier. Es gibt aber auch Tage, da bin ich beim Pilgern und überleg mir schon mal was und wie ich bestimmte Dinge formulieren könnte. Wo könnte ich was auf der Webseite? Also da überlege ich auch ganz praktische Dinge.

 

Claire

Beides ist in Ordnung.

 

Jana

Ich bin dann dadurch, dass ich es mir vorher schon einmal durchdacht habe oder eben manchmal auch wild hilfesuchend aufgeschrieben habe. Ich muss es dann ja nur noch machen.

Ich setze mich nicht an den Schreibtisch und fange an, erst darüber nachzudenken, wie ich es mache.

 

Claire

Ja. Sondern es ist klar.

 

Jana

Sondern es ist klar. Und dadurch, dass es klar ist, kriege ich das, wo ich vielleicht zu normalen Zeiten oder zu Zeiten, wo ich noch nicht gepilgert habe, wo ich vielleicht 2-3 Stunden erst mal nachgedacht habe, “Wie mache ich das?”. Das alles intellektuell kognitiv versucht habe zu lösen? Es ist einfach klar. Ich kann es gar nicht anders beschreiben. Ja.

 

Claire

Ja, ich glaube, diese Erfahrung muss man machen. Wie gesagt, ist es ja egal auf welche Art, aber ich verstehe 100 Prozent, was du meinst. Ich habe zum Beispiel heute Morgen, meine Morgenroutine war diesmal Badewanne und Meditation in der Badewanne. 

 

Jana

Cool.

 

Claire

Ich habe keinen Moment in der Badewanne meditiert, im Sinne von Gedanken weitergeschoben und meine Gedanken nur beobachtet. Fokus auf den Atem. Das ist mir heute Morgen nicht gelungen. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, “Oh, ich denke gerade über die Arbeit nach. Oh, ich bin gerade bei meiner To-Do-Liste. Oh, was steht denn heute an? Oh, wie möchte ich denn den Blogbeitrag schreiben?”  Diese Ganzen, es war heute Morgen so, aber es war in Ordnung, weil es gibt Tage, da ist das so, da geht der Geist die ganze Zeit auf Wanderschaft. Der pilgert dann mal selber. Das ist in Ordnung. 

Ich hatte trotzdem einen positiven Effekt, weil ich trotzdem gut angekommen bin in den Tag. Ich finde, es ist einfach so wichtig, sich auch diese Zeiten zu erlauben. Ja, es gibt Meditation, da bin ich auch völlig leer. Ich bin voll da, ich bin nur im Seinszustand, in diesem ich bin wirklich voll präsent. Ist also quasi schon fast in der, was man jetzt spirituell betrachtet, vielleicht schon fast als Erleuchtung betrachten würde. Dann gibt es Tage wie heute, da gelingt mir das nicht und ich kann das inzwischen nehmen und verurteile mich dafür nicht, weil ich weiß, dass es dazugehört. Ich weiß, dass es immer solche Tage geben wird. Trotzdem bringt es mir was, weil ich anders in den Tag starte, weil ich trotzdem bewusster in den Tag starte. Und das ist, finde ich so der Unterschied. 

 

Was ich jetzt noch wissen möchte, weil du hast es schon angedeutet, zumindest was deine größere Pilgerreise angeht, war so dieser Gedanke und den kenne ich auch nur zu genüge.

“Ich kann doch nicht. Und was ist mit den Kunden?” Dieses typische es geht nicht und dieses sich das nicht erlauben können oder wollen in dem Moment. Genauso war das bei mir früher auch, dass ich Pausen allgemein schlechter nehmen konnte in meinem Business, weil ich dachte, “Ich muss doch aber noch das machen, es steht doch das an. Das steht auf meiner Liste, das muss ich erledigen, anstatt darauf zu hören, ich brauche jetzt eine Pause, also nehme ich sie mir jetzt auch.”  

Es geht jetzt nicht nur morgens, sondern allgemein. Also du hast diesen Punkt, zumindest wie die große Pilgerreise, ja offensichtlich überwunden, indem du es dann einfach gemacht hast, weil es gebucht war. Wie war aber für dich so der Switch in den Alltag? Gab es da zumindest vielleicht am Anfang auch noch mal in Anführungsstrichen “Probleme oder innere Kämpfe” mit “Kann ich das wirklich tun?” Wie sind diese Fragen, diese Erlaubnis und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

 

Jana

Es wurde sogar schlimmer, weil ich schon während der Pilgerreise wusste, ich werde radikal etwas verändern. Ich möchte ein Remote-Unternehmen. Ich habe gelernt auf der Pilgerreise. “Okay. Alles, was ich brauche, passt in einen Rucksack.” Das ist jetzt ein bisschen radikal. Aber auch alles, was ich arbeitstechnisch brauche, passt in einen Rucksack. Es ist nämlich ein Laptop und eine Internetverbindung finde ich immer irgendwo. 

 

Claire

Ja. 

 

Jana

Die Reaktion meiner Kunden hat mich wahnsinnig bestärkt. Selbst Kunden, von denen ich dachte “Um Gottes willen, die finden es ganz schrecklich, dass ich mich aus dem Unternehmen entferne.”, haben mich andauernd angerufen. Sie haben gefragt: “ Wo bist du denn? Wie geht’s dir denn? Erzähl doch mal! Okay, alles klar.” Ich habe dann relativ schnell entschieden, wir bauen dieses Unternehmen auf Remote-Work um. Wie gesagt, heute ist es nicht mehr ganz ungewöhnlich, vielleicht doch, wenn man schon 20 Jahre Firmengeschichte hat und auch Festangestellte. Aber damals, das war vor Corona.

 

Claire

Ja klar, das war schon noch eine andere Welt.

 

Jana

Ich habe dann relativ schnell die Firma umgebaut dahingehend, dass meine Mitarbeiter tatsächlich auch ortsunabhängig arbeiten können. Das habe ich aus 2 Gründen gemacht. Zum Einen natürlich, weil ich so arbeiten wollte und zum Anderen, weil mir langsam auch die Mitarbeiter wegliefen. Nicht, weil die Arbeitsbedingungen so schrecklich wären bei mir, sondern weil die einfach Reisen wollten. Auch die, die nur diesen Punkt hatten, entweder ich nehme mir ein Sabbatical, da kann ich nicht arbeiten und bin dann natürlich ein Jahr für die Firma in Anführungsstrichen “verloren” oder ich muss in diesem Büro hocken. Wir sind damals in diesen Weg gegangen und schon Ende 2018 war alles ortsunabhängig. Das war schon ein ganz schöner Schritt. Das ist aus dem Pilgern entstanden. Die gesamte Form, wie ich Business mache, wie ich Mitarbeiter führe, hat sich verändert. Dadurch habe ich das Pilgern auch immer mitgenommen und kann es auch immer mitnehmen. Also es ist egal, wo ich gerade bin, ob ich irgendwie durch Europa reise oder ich in Deutschland bin. 

 

Wo auch immer ich bin. Ich kann es immer mitnehmen. Das hat sich sehr radikal verändert und auch ich wusste, das wird ein längerer Weg werden. Du stellst eine Firma, die klassisch in einem Büro angesiedelt ist, nicht von heute auf morgen auf Remote um, das ist ganz klar. 

Weil ich ja beim Pilgern gelernt hatte, das Ziel ist Santiago de Compostela! Ich stehe jetzt hier, da sind 800 Kilometer dazwischen und die soll ich zu Fuß laufen müssen? Ich kann mich jetzt hier hinstellen und die ganze Zeit rum jammern und sagen, “Gott, 800 Kilometer ist ja so weit”. Ich kann aber auch einfach losgehen und immer den gelben Pfeilen folgen. Also Pilgern ist ein bisschen einfacher als ein Unternehmen, da gibt es ja die gelben Pfeile noch nicht eingemalt. Aber dieses Ziel mir vorzustellen, wie wird das sein, wenn ich dann da bin? Gott sei Dank sieht man zwischendurch nicht, dass einige Hügel kommen und ein paar Felsbrocken im Weg liegen. Das weiß man ja am Anfang nicht. Das hat sehr viel, ich würde sagen, alles verändert, weil auch die Art und Weise, wie ich heute mein Marketing-Coaching mache. Du willst mehr Kunden, aber warum willst du die denn? Warum willst du denn mehr können? Warum willst du denn mehr Geld verdienen? Was steckt dahinter? Na ja, ich würde gerne auch so wie du so die ganze Zeit rumreisen. Ja gut, was brauchst du denn da für eine “Art von Kunden” in Anführungsstrichen. Was brauchst denn für eine Art Business? Produktionsunternehmen und im Wohnmobil rumreisen ist schwierig. 

 

Claire

Ja.

 

Jana

Das hat sogar die Art verändert, wie ich arbeite.

 

Claire

Ja. Das zieht sich ja auch weiter. Du machst das ja nahezu täglich. Mich würde noch interessieren, weil bei mir geht es ja im Kern darum, das wahre Selbst zu entdecken und zu entfalten. Sich diese Frage beantworten zu können. Ich finde, dass du das so schön bei deiner Vorstellung schon eingeleitet hast. 

“Wer bin ich eigentlich, um genau diese Frage beantworten zu können? Wer bin ich denn eigentlich im Kern?” Du hast es schon so abstrahiert zu dem, ich sage jetzt erstmal, “Was ich tue, weil das, was du tust, ist ja nicht das, was du bist.” Aber wie hat dir das Pilgern geholfen, quasi zu dir selbst zu finden? Ich weiß, es ist eine schwierige Frage, aber gibt es da irgendwie eine Antwort für dich drauf? Die sich dir zeigt.

 

Jana

Indem ich diesen Weg gegangen bin.  Also es hat mir, zu pilgern ist, wenn du so willst, eine extreme Erfahrung und das ist ganz schnell “Will ich das jetzt oder will ich das nicht.”. Also, du spürst es ja. Du bist draußen in der Natur und es regnet. Jetzt kannst du sagen:” Okay, ich setz mich jetzt hier unter diese Überdachung und warte bis es aufhört zu regnen oder ich gehe wieder nach Hause. Oder ich fluche über diesen Regen, weil es ja so ein doofes Wetter ist.” Ich kann aber auch sagen: “Es regnet. Ich bin am Leben. Ich geh jetzt pilgern.” Wie soll ich sagen, pilgern, speziell wenn du wirklich länger unterwegs bist. Das weiß man auch vom Wandern. Es passieren halt immer mal Dinge, wo du denkst: “Ach nee, das muss jetzt eigentlich nicht gerade.”

 

Claire

Ja, das hatte ich letztens, wo der Weg auf einmal beim Wandern völlig versperrt war und ich durch den Fluss, also es war kein Bach, war irgendwas dazwischen. Durch das eiskalte Wasser auf das andere Ufer gehen musste. Dann ein Stück lang und auch ein Stück weiter wieder auf die andere Seite, um meinen Wanderweg weiter zu gehen. Ich habe auch geflucht: “Es muss jetzt nicht unbedingt sein.” Es ging nicht anders. 

 

Jana

Das ist das. Du lernst beim Pilgern erstens, wie du mit dir selber redest. Du kannst jetzt, “Ja so was Blödes. Können die hier nicht das Zeug wegräumen, dass ich hier langgehen kann? Die Welt ist ungerecht. Über warum passiert mir das.” Du kannst aber auch sagen: “Das ist das Problem. Was ist die Lösung? Okay, ich ziehe mir die Schuhe aus und die Socken. Lauf halt durch diesen eiskalten Fluss oder wie auch immer. Ich lerne auf Steinen zu balancieren.” Keine Ahnung. Denke dann: “Echt cool. Ich bin das erste Mal balanciert über den Fluss gelaufen.” Pilgern, erzählt dir, wie du mit dir selber redest. Die Fragen, die du dir stellst. Ich kann wie gesagt, mir die Frage stellen. “ Wieso passiert mir das jetzt? Der Weg ist versperrt und ich kann mir nicht vorstellen, okay, der Weg ist versperrt. Das kann ich jetzt nicht ändern. Was kann ich machen?”. Und die Art und Weise, wie du die Fragen, die du dir selbst stellst, dir selber beantwortest, dass ist schon sehr viel von dem “Wer bist du?”.

 

Ich weiß nicht, ob das jetzt zu kompliziert erklärt ist. “Wer bin ich eigentlich? Ich bin ich? Oder will ich jemand sein?” Das ist ja die Frage: “ Wer will ich sein und wer bin ich?” Aber will ich jemand sein, der in allen Dingen sieht. “ Oh, das hat jetzt das Universum mir jetzt hier wieder bösartiger Weise vor die Füße geknallt.” Oder sage ich: “ Universum? Was willst du mir damit sagen?” Und die nächste Frage: “ Okay, wie kann ich denn eine Lösung finden?”

 

Ich habe mir beim Pilgern bei diesem echten, untrainierten Pilgern natürlich auch noch schlauerweise neue Wanderschuhe gekauft. Richtig schlau. Kann ich euch nur empfehlen, geht pilgern und kauft vorher neue Wanderschuhe, schön teure. Lauft die nicht ein. “Nein!”. 

Also ich habe so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Ich hatte natürlich Blasen. Also entsetzlich. Und was gab es für eine Option?

Ich hatte noch Badelatschen mit. Ich bin einen ganzen Tag mit Badelatschen gepilgert. Ich hatte 2 Paar Schuhe mit diese Pilger-Dinger da, diese richtigen teuren Wanderschuhe, die nicht eingelaufenen waren und Badelatschen. Also bin ich dann noch langsamer als bisher, aber es ging nicht anders, bis diese Blasen einigermaßen abgeheilt sind, bin ich in Badelatschen gegangen. Dann natürlich keine 20 Kilometer. Es ist natürlich nicht schön, in Badelatschen zu gehen so weit, aber es ging. Das Lernen ist viel, was du lernst über dich. Auch wie gehe ich denn in die Welt raus? Interessiert mich das, was mir mein Mitpilger erzählt oder will ich die ganze Zeit nur von mir reden? Kann ich denn überhaupt mal die Klappe halten und zuhören? Das ist der Weg, wo ich Ansätze finde zu dem, wer ich bin. Ich weiß immer noch nicht, wer ich bin.

 

Claire

Aber ich glaube, das ist auch eine lebenslange Entdeckungsreise.

 

Jana

Ich glaube aber, du kannst dich Schritt für Schritt nähern, wenn du pilgern gehst und auch offen bleibst für die Frage, wenn du offen bist, gerade beim Pilgern. Also das ist es. Ich finde es auch egal, ob ich jetzt Langzeit-Pilgern oder ob ich einfach hier den Berghang runter gehe ins nächste Dorf. Die Leute die mir begegnen, bin ich da offen dafür? Es geht nicht darum, Jeden einfach anzusprechen. Ich bin eher ein introvertierter Mensch. Ich muss schon angesprochen werden. Immer offen zu sein und zu sagen. “ Hey, kann ich jetzt gerade kurz mein Gedankengang unterbrechen und mit dem freundlichen Mann hier, über die, was weiß ich, neueste Olivenernte reden oder was weiß ich, was gerade dran ist.”. 

Du wirst Begegnungen machen, die dich noch mehr zu dir selbst führen. Weil irgendwie gibt dir Jeder, der dir begegnet, eine Antwort und das ist das Geile an Pilgern.

 

Claire

Also es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Reise. Aber auch eben, man macht die Reise mit indem man geht mit seinem Körper auf ein bestimmtes Ziel hin.Es ist ja auch eine Innere-Reise, die man dabei macht. Das ist es ja immer. Also egal ob Pilgern oder Yoga oder egal welches. Ich sage jetzt mal, ich nenne es jetzt mal Methode, man angewendet im Bereich Persönlichkeitsentwicklung, ist es ja genau das Dieses “Ich mache mich auf den Weg”. Ich höre das immer wieder, die Meisten, die sowas ausprobieren, wie Pilgern oder mit Yoga anfangen, die sind irgendwie auf der Suche. Die sind auf der Suche nach dem, “Wer sie sind. Was sie wirklich können. Was sie ausmacht.”. Sowas ist immer ein Teil. Also eine Erfahrung ist immer ein Teil der gesamten Reise auch zu sehen. Ein Abschnitt der sich zeigt. Das finde ich einfach immer wieder spannend. Du hast auch selber gesagt: “ Ich weiß immer noch nicht so 100 Prozent, wer ich bin.”. Da habe ich das so zwischendurch eingeworfen.

 

Ich glaube, das weiß man auch nie 100 Prozent. Ich glaube aber, man kommt sich im Laufe seines Lebens, wenn man auf so einem Weg ist, immer näher. Man versteht immer mehr, wer man ist. Ob man jemals 100 Prozent nur noch der wahre Kern im Aus ist, zu jeder Tageszeit, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, das wage ich ganz ehrlich zu bezweifeln. Ich glaube, das ist auch nicht das Ziel. Zumindest nicht im irdischen Leben, was wir haben. Es geht darum, diesen Weg zu gehen und sich immer mehr kennen zu lernen und immer mehr zu der Person zu werden, die man im Kern wirklich ist. Du hast das für dich mit Pilgern herausgefunden oder bist dabei. Du machst das nach wie vor. 

 

Das finde ich total schön, weil so ein bisschen teile ich hier die Leidenschaft. Ich gehe ja gerne wandern, nur nicht jeden Tag. Wobei ich jeden Tag, also von 30 Tagen im Monat gehe ich an 28 Tagen spazieren. Also immer 1 Stunde nach dem Mittagessen, bevor das Mittagstief kommt, nach dem Essen, nach dem Schnitzel-Koma, auch wenn ich kein Schnitzel esse.

Gehe ich spazieren. Ich habe direkt Wald vor der Tür. Hinter der Tür, besser gesagt, hinter dem Grundstück. Ich liebe das und ich brauch das auch so diese tägliche Runde. 1 bis 2 Mal im Monat gehe ich dann eine größere Runde wandern. Also dass ich mir wirklich einen Tag frei nehme und dann zwischen 15 und 20 Kilometer mache ich dann meistens. Das bringt mich auch immer wieder in die Erdung, das bringt mich in die Entspannung, also zusätzlich zum Yoga. Ich finde es toll, dass du da mit dem Pilgern hier deinen Weg gefunden hast.

 

Jana

Also, der Weg hat mich gefunden irgendwie.

 

Claire

Ist ja immer ein bisschen Beides.

 

Jana

Ja. Ich habe mich darauf eingelassen. Ich bin jeden Tag dankbar dafür, weil ich hätte die, die Dinge wären nicht so passiert, wie sie jetzt passiert sind, auch während Corona. Das war ja auch nicht für alle Unternehmen ganz einfach. Auch wir hatten so ein paar kleinere Erdbeben, die zu überstehen sind oder waren. Gerade in der Zeit dann auch nicht wieder den Kopf in den Sand zustecken. Also wenn alles schön ist, ist es leicht zu pilgern. Herausfordernd wird es dann, wenn du eigentlich, ich sage es jetzt mal ganz ungeschminkt, “den Arsch voller Tränen hast”, dann trotzdem daran fest zu halten oder gerade deswegen dann. 

 

Claire

Gerade dann.

 

Jana

Über Corona muss ich sagen, also grad so diese erste ganz unsichere Phase, diese ersten Wochen, war so ein gefühltes, irgendwie, Loch. Keiner wusste so richtig. Da hat mich das Pilgern unglaublich getragen, will ich fast sagen. Es war einfach so ein Anker und ich dachte mir: “Hey, guck mal, der Baum, der bildet Knospen, obwohl Corona ist. Er wird blühen und blühen.”. Das ist so, also die Natur gibt mir so viele Antworten. Es ist völlig banal. Natürlich gibt es nach jedem Frühjahr wieder Sommer und so. Ja, dir wird bewusst da draußen, also wirklich bewusst, dass du das inhalierst. Da habe ich mir gedacht: “Ist jetzt egal, was mit Corona ist, es wird Sommer geben und es wird danach den Herbst geben.”. Und das ist etwas, wo du denkst. “Ja, also so diese Einsortierung von Wichtigkeiten im Leben.” Das ist, so klingt es jetzt vielleicht, ein bisschen pathetisch, aber es ist wirklich so ein Allheilmittel.

 

Claire

Ja, auf jeden Fall. Kann ich nur unterstreichen. Wie gesagt, ist es, für die einen ist es Pilgern, für die anderen ist es Yoga. Für manche ist es beides. Ich mache auch verschiedene Dinge. 

Wichtig ist einfach, man findet seinen Weg und man findet das, was einen genau diese Momente beschert, von “Oh, ich nehme wahr, was in der Natur passiert und ich kann mich daran erfreuen.”. Ich kann mich inzwischen diebisch, wirklich diebisch daran freuen, wenn zum Beispiel bestimmte Blumen bei uns im Garten blühen. Jetzt gerade wir haben, meine Mutter hat uns da quasi beraten, sie ist ein bissche Garten mäßig bewandert und die hat gesagt: “Pflanzt so kleine Buschröschen plus Lavendel und wenn das Beides gleichzeitig blüht, sieht das toll aus.”. Es ist gerade der Fall, wir haben einen lila Lavendel und dann dazu noch Katzenminze. Ist beides so lila-blau plus diese rosafarbenen Buschröschen, die in den letzten Tagen so dermaßen explodiert sind. Ich kann da eine halbe Stunde vorstehen und mich daran freuen. An dieser Farbkombination, dass sie jetzt blühen, dass die so gut aufgehen.

 

Und ich glaube, wenn man das kann, nicht permanent auch da wieder. Wir fallen aus solchen Zuständen raus und es ist in Ordnung. Wenn wir das grundsätzlich können, uns an so Kleinigkeiten zu erfreuen, dann wissen wir, glaube ich, wir sind auf einem ziemlich guten Weg, dass es uns gut geht im Leben. Dann wissen wir, worauf es ankommt und dass diese ganzen Probleme, die wir auch ganz oft für uns konstruieren im Kopf, eigentlich gar nicht so relevant sind.

 

Jana

Nee, und das es auch für diese Dinge eine Lösung gibt. Ja, vielleicht weiß ich die noch nicht, aber wie gesagt: “Nach Sommer kommt Herbst!”. Also der Baum weiß, was er machen muss. 

 

Claire

Ja. 

 

Jana

Es wird auch für mich eine Antwort auf diese Frage geben. Wenn ich keine Antwort finde, ist die Frage wirklich so richtig oder stelle ich mir die richtige Frage? Sollte ich die Frage vielleicht anders stellen?

 

Claire

Ist sie vielleicht gar nicht mehr relevant? Oder?

 

Jana

Das ist etwas, was mich, was mich sehr trägt. Wie gesagt, ich gehe auch, wann immer ich die Möglichkeit habe, sogar mit Kunden pilgern. Nicht immer direkt vor Ort, aber wenn wir uns festgefahren haben, wenn so eine Situation ist. Ich weiß nicht, wie weiter und wir in so einer Endlosschleife sind, durchbreche ich sehr häufig gerne Routinen. Sag: “Warte mal, du hast doch ein Telefon. Ja, dann Telefon nehmen.” Wir nehmen uns die Ohrstecker ins Ohr und gehen beide spazieren an unseren Orten. Fantastisch. 

 

Claire

Ja. 

 

Jana

Ich habe noch nie, noch nie eine Kundin gehabt, die danach nicht die Dinge anders gesehen hätte und zu, ich sage mal, zumindest Ansätzen von Antworten gekommen wäre.

 

Claire

Das ist ja in den letzten Jahren immer größer geworden. Diese ganzen Angebote wie Walk-and-Talk-Coaching, das ist ja im Prinzip genau das und das Waldbaden. Alle diese Dinge sind nicht umsonst so groß geworden oder so wichtig geworden oder haben so viel Bedeutung erhalten, weil klar ist, was das und was sie bewirken. Das dürfen wir uns immer mal wieder bewusst machen. Auch da reicht wieder vielleicht eine Viertelstunde mal in den Park gehen, wenn ich keinen Wald um die Ecke habe. Egal, irgendwo ein Stück Natur, glaube ich, hat jeder um die Ecke in irgendeiner Form. 

 

Jana

Ja. 

 

Claire

Da einfach mal eine Viertelstunde den Raum verlassen, wenn ich gerade an irgendeiner haarigen Sache sitze, bei der ich nicht weiterkomme. Ich bin mir ziemlich sicher, dass relativ schnell sich eine Lösung einstellt oder zumindest irgendwie Bewegung in irgendeiner Form in das Thema reinkommt.

 

Jana 

Ich bin wirklich im Test oder wie sagt man, ich mache es mit Kunden nicht immer. Die Meetings sind meistens normal am Rechner, aber wenn wir in so einer Situation sind, dann ist es, wo es kompliziert sein könnte. Dann ist da dieses Rausgehen und du hast sofort eine andere Perspektive. Das ist unglaublich. Ja, weil diese Stapel von Arbeit und die Termine und die Popups, die da alle aufblicken, auf dem Computer wo steht: “Oh, heute habe ich aber noch 6 Termine und die muss ich noch vorbereiten.” Alles weg. Kurz 

 

Claire

Ja. Dann geht es um das Wesentliche. 

 

Jana

Genau. 

 

Claire

Da kommt das Wesentliche raus. 

 

Liebe Jana, ich glaube, ich kann mich noch ewig mit dir unterhalten. Es ist immer so, wenn es einmal fließt, dann fließt es. Trotzdem, denke ich, haben wir ganz viele Punkte hier heute gemeinsam herausgearbeitet. Einfach, worauf es ankommt. 

Wenn man dich jetzt näher kennenlernen möchte und vielleicht auch mehr über dich und das, was du tust, erfahren möchte, wo findet man dich am besten?

 

Jana

Also am besten ist es, du guckst wirklich auf meine Webseite www.wieduwilt-kommunikation.de. Man kann mich ganz gut finden auf LinkedIn einfach meinen Namen eingeben, Jana Wieduwilt und das, was ich tue. Wie gesagt, das Business “Wieduwilt”,  ich spiele so ein bisschen mit meinem Namen ganz gerne, weil da ist auch wieder dieses wie du willst.

 

Claire

Finde ich cool.

 

Jana

Wenn du in Google meinen Namen eingibst, solltest du was finden. Ich bin meistens tatsächlich im Moment, was Social Media betrifft, auf LinkedIn unterwegs, aber auch ein bisschen auf Facebook vertreten. Nicht in übermäßigem Maße, aber auch da kann man mich finden. Ansonsten ganz klassisch über die Webseite und eine Mail.

 

Claire

Okay, super. Das werde ich natürlich alles in den Shownotes verlinken. Wenn du, liebe Hörer:innen, jetzt Interesse hast, dir Jana mal genauer anzuschauen, was sie so tut und was sie so auch auf ihren Social-Media Kanälen schreibt, dann findest du wie gesagt die Links in den Shownotes. 

 

Liebe Jana, es war mir eine große Freude, dich hier im Podcast zu haben. Vielen, vielen Dank! Ich habe übrigens noch eine ganz kurze Sache. Ich habe eben dein T- Shirt einmal bewundert. Ich sehe dich ja hier auf Zoom und habe einen Kiwi entdeckt. Ich wollte dich noch ganz kurz fragen: “Hast du das Original aus Neuseeland?”

 

Jana

Yes.

 

Claire

Okay, dann müssen wir uns jetzt nach Abschluss des Interviews noch kurz darüber unterhalten.

 

Jana

Ja, gerne.

 

Claire

Okay, liebe Jana, vielen Dank für das Gespräch. Es war wirklich sehr, sehr spannend. Ich habe jetzt umso mehr Lust bekommen, auch mal den Jakobsweg zu laufen. Das steht auf meiner Bucket-List für mein Leben. Irgendwann werde ich das tun und es inspiriert mich jetzt umso mehr, das tatsächlich auch mal zu machen.  Vielen, vielen Dank und bis bald.

 

Jana

Danke. Tschüss.

 

Kontakt zu Jana: www.wieduwilt-kommunikation.de

Jana auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jana-wieduwilt/

Jana auf Facebook: https://www.facebook.com/jana.wieduwilt

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