Die 10 häufigsten Fehler bei Facebook-Anzeigen - und wie du sie vermeiden kannst

Die 10 häufigsten Fehler bei Facebook-Anzeigen – und wie du sie vermeiden kannst

So ziemlich jeder, der mit Facebook-Anzeigen anfängt, macht zu Beginn die gleichen Fehler. Woher ich das weiß? Von meinen Kunden und meinen Fans und Followern, bei denen ich das immer gut beobachten kann. Das Blöde daran ist: Fehler zu machen bei Facebook-Anzeigen kostet dich bares Geld! Und auch wenn du für nur wenige Euro am Tag Anzeigen günstig bei Facebook schalten kannst, so gibt es dennoch Schöneres, als sinnlos Geld zu verbrennen, oder? Ich möchte dir daher die 10 größten Fehler bei Facebook-Anzeigen aufzeigen und dir gleichzeitig Möglichkeiten aufzeigen, wie du diese vermeiden kannst.

Fehler 1: Eine zu breite oder undefinierte Zielgruppe

Bei Facebook gibt es unterschiedliche Arten von Zielgruppen. Eine davon ist die – wie ich sie immer nenne – Interessens-Zielgruppe (bei Facebook einfach nur „Gespeicherte Zielgruppe“ genannt). Nutzt du eine Interessens-Zielgruppe, so sprichst du die Leute an, die bestimmte Interessen, Verhaltensweisen und demografische Angaben (z.B. Haushaltseinkommen) aufweisen, die du festlegst.

Das Problem ist oft leider, dass hier die Einstellungen viel zu großzügig gewählt werden. Nehmen wir mal an, du richtest dich mit deinem Angebot an Hundebesitzer. Natürlich könntest du jetzt als Interesse „Hund“ wählen. Aber damit grenzt du deine Zielgruppe nicht genug ein und wirst zu viele Streuverluste haben. Du brauchst also mehr Kriterien als nur „Interesse: Hund“, um deine Zielgruppe genau ansprechen zu können.

Lösung: Wichtig ist es, möglichst viele verwandte Interessen hinzuzunehmen, um deine Zielgruppe zu definieren. Wenn du dir die Vorschläge anschaust, die Facebook dir macht, wirst du viele tolle Begriffe entdecken, auf die du von alleine nicht gekommen wärst. Dann solltest du aber unbedingt im 2. Schritt deine Zielgruppe weiter einschränken, indem du auf „Zielgruppe eingrenzen“ oder „Personen ausschließen“ gehst. Dann legst du nämlich fest, dass mind. ein Kriterium aus dem einen „Kasten“ und mind. eins aus dem anderen Kasten gleichzeitig gelten muss. Damit wird deine Zielgruppe wesentlich schärfer und definierter und die Erfolgschancen für deine Anzeigen steigern sich enorm!

Fehler 2: Keine Nutzung von Custom Audiences

Neben den Interessens-Zielgruppen gibt es u.a. auch die Custom Audiences. Das sind Personen, die mit dir schon mal in irgendeiner Form in Kontakt standen, z.B. Website-Besucher oder Personen, die mit einem Beitrag von dir interagiert haben. Der Vorteil bei den Custom Audiences ist, dass sie dich bereits kennen und dies die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie auf deine Anzeige reagieren werden, was wiederum deine Anzeigen-Performance verbessert und dir am Ende Geld spart.

Lösung: Interessens-Zielgruppen sind gut, um erst einmal in die breite Masse zu gehen. Wenn du aber vor allem Leads generieren möchtest, solltest du unbedingt mit Custom Audiences arbeiten. Denn diese „warmen Kontakte“ kannst du viel leichter zu einer Handlung bewegen als kalte Kontakte (mehr zu dem Thema bei Fehler 4: keine Funnel-Nutzung).

Fehler 3: Falsches Kampagnenziel

Bei Facebook gibt es nach jetzigem Stand (02/2018) elf Kampagnenziele, die man für seine Werbekampagne auswählen kann.

 

Marketingziele Facebook-Anzeigen

 

Oft sehe ich jedoch, dass das gewählte Kampagnenziel mit dem Marketingziel nicht übereinstimmt. Da wird bspw. das Ziel „Interaktionen“ bei einem verlinkten Blogbeitrag gewählt, obwohl „Traffic“ das passendere Ziel gewesen wäre – zumindest, wenn es darum geht, möglichst viele Leute dazu zu bewegen, auf die eigene Website zu lotsen, damit sie den Blogartikel dort lesen.

Lösung: Das richtige Kampagnenziel hilft dir dabei, deine Marketingziele zu erreichen und dabei die richtigen Kennzahlen zu messen. Daher überlege dir beim Anlegen einer Kampagne genau, was dein Marketingziel ist (Ist es mehr Traffic? Oder möchtest du möglichst viel Reichweite erzeugen? Oder Leads generieren?) und richte das Kampagnenziel danach aus, damit du am Ende deine Kampagne auch wirklich gut auswerten kannst. Denn mit den falschen Kennzahlen wird das nichts… Hier ist übrigens ein Leitfaden von Facebook, mit dem du herausfinden kannst, welches das richtige Kampagnenziel für welches Marketingziel ist.

Fehler 4: Keine Funnel-Nutzung bzw. Anzeigen an den falschen Stellen im Funnel ausspielen

Das ist ehrlich gesagt ein Fehler, den ich bis vor einem guten Jahr auch noch gemacht habe… (Ja, auch Experten sind davor nicht gefeit!). Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, welche Anzeige für welchen Kontaktpunkt in meinem Funnel geeignet ist. Das mag daran liegen, dass ich mir vorher nie Gedanken über einen Funnel gemacht habe… Ich habe einfach so gut wie jede Anzeige an eine breite Zielgruppe ausgespielt und fertig. Die Ergebnisse ließen natürlich zu wünschen übrig. Denn es ist ja auch logisch: Warum sollte jemand, der mich so gar nicht kennt, mein Freebie haben wollen geschweige denn ein konkretes Kaufangebot in Anspruch nehmen?

Lösung: Arbeite mit einem Funnel und schaue, an welchem Punkt des Funnels du wen wie ansprichst. Mein Standardfunnel sieht dabei in etwa so aus:

  1. Ich mache ein Live-Video, das ich bewerbe. Zielgruppe: Interessens-Zielgruppe.
  2. Aus allen, die sich mein Video eine bestimmte Länge angeschaut haben, mache ich eine Custom Audience (CA). Diese CA spreche ich dann mit einer Anzeige zu meinem Freebie an, um Leads zu generieren.
  3. Alle, die meine Dankes-Seite für mein Freebie besucht haben (also die, die sich für mein Freebie eingetragen haben), sehen dann bei einem konkreten Kaufangebot von mir meine Verkaufsanzeige.

Der Funnel ist so aufgebaut, wie ein Trichter nunmal aussieht: Oben geht es sehr in die Breite und je tiefer man kommt, umso enger wird der Trichter. Analog dazu werden die Kontakte im Trichter nach unten hin immer „heißer“, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie auch wirklich die gewünschte Handlung ausführen.

Seit ich eine Funnel-Strategie für meine Anzeigen nutze, erhalte ich insgesamt sehr gute Ergebnisse, daher kann ich dir nur empfehlen, dir auch einen Funnel für deine Kampagnen zu erstellen und festzulegen, welche Zielgruppe du an welcher Stelle des Funnels wie ansprichst.

Fehler 5: Alle Platzierungen

Wenn du eine Kampagne einstellst, ist die normale Voreinstellung bei den Platzierungen „alle (empfohlen)“. Ich sage meinen Kunden immer: Das empfehle ich aber überhaupt nicht! Jede Platzierung hat ihre eigenen Spezifikationen, was Bildgröße, Textlänge, sonstige Anforderungen (z.B. Hashtags bei Instagram) angeht. Jede Platzierungen mit ihren ganz eigenen Anforderungen mit dem gleichen Werbemittel zu bespielen, macht also wenig Sinn!

Lösung: Wenn du wirklich alle Platzierungen in Anspruch nehmen möchtest, dann mache dir die Mühe, für jede Platzierung eine eigene Anzeigengruppe mit je eigenen Werbemitteln zu erstellen. Viel mehr Sinn macht es aber in meinen Augen, dich auf wenige ausgewählte Platzierungen zu fokussieren, die bei dir gut funktionieren. Dafür ist es wichtig, dass du gerade zu Beginn austestest, welche Platzierungen das sind und welche bei dir wirklich Sinn machen.

Fehler 6: Kein Facebook-Pixel im Einsatz

Bei Fehler 4 habe ich davon gesprochen, dass ich im 3. Schritt des Funnels die Leute gezielt anspreche, die eine bestimmte Seite von mir besucht haben. Das kann ich aber nur, weil ich den Facebook-Pixel installiert habe. Der Facebook-Pixel ist ein Tracking-Tool, der die Besucher deiner Website „markiert“ und die du über diese Markierung gezielt mit einer Kampagne wieder ansprechen kannst.

Zugegeben: Datenschutzrechtlich ist der Facebook-Pixel nicht ganz ohne und wenn du dir unsicher bist, konsultiere lieber einen guten (!) Anwalt (oder schau mal hier, das ist ein guter Artikel über das Thema). Aber rein aus Marketingsicht vergibst du jede Menge Potential, wenn du den Facebook-Pixel nicht nutzt.

Lösung: Installiere den Pixel auf deiner Website, um Website-Besucher gezielt mit einer Werbeanzeige ansprechen zu können. Glaube mir: Es lohnt sich! Denn die Möglichkeiten, die du dadurch gewinnst, sind es allemal wert!

Fehler 7: Keine A/B-Tests

Bei Facebook-Anzeigen ist immer, wie bei vielen anderen Dingen, ganz viel Testen angesagt. Denn woher sollst du wissen, welche Anzeige am besten funktioniert, wenn du es nicht ausprobiert hast? Leider machen viele den Fehler, dass sie einfach eine Anzeige nehmen, tagelang laufen lassen, ohne mind. eine weitere Variante parallel zu testen.

Lösung: Führe immer A/B-Tests durch, um zu schauen, welche Anzeigenvariante oder auch Platzierung am besten funktioniert. Wichtig ist, dass du immer nur ein Kriterium auf einmal im Test änderst und nicht mehrere gleichzeitig, da du sonst am Ende nicht weißt, was der ausschlaggebende Faktor für den Erfolg einer Anzeige war.

Fehler 8: Boost-Funktion nutzen

Das ist einer der Fehler, der am häufigsten gemacht wird. Facebook teilt einem gerne mit „Oh, dieser Beitrag ist erfolgreicher als x Prozent deiner anderen Beiträge. Bewirb ihn, um noch mehr Reichweite zu erzielen.“ Diesen Hinweis unter deinen Facebook Posts kennst du sicher… Daraufhin nutzen viele den „Beitrag bewerben“- Button (=Boost-Funktion), um der Empfehlung von Facebook zu folgen. Das Problem ist nur, dass diese Funktion „schnell und dreckig“ ist und demnach auch ebensolche Ergebnisse liefert. Du kannst nämlich einige für das korrekte Targeting nötigen Einstellungen dort gar nicht vornehmen und somit wird dein Targeting ungenau und du verlierst am Ende Geld.

Lösung: Nutze IMMER (!) zum Einstellen deiner Anzeigen den Werbeanzeigenmanager. Das kostet dich zwar (gerade zu Beginn, wenn du noch nicht so versiert bist um Umgang damit) ein paar Minuten mehr Zeit, spart dir aber am Ende Geld und „schenkt“ dir bessere Ergebnisse!

Fehler 9: Schlechte Anzeigen

Ich sehe immer wieder Anzeigen, die optisch oder textlich nicht besonders ansprechend sind. Da wird einfach ein Bild aus einem Werbeprospekt genommen, der Text geht über 50 Zeilen und hat am Ende doch kaum Substanz etc. Das wird sicher nicht dazu führen, dass jemand sich von dieser Anzeige angesprochen fühlt bzw. selbst wenn, dürfte der Gesamterfolg einer solchen Anzeige mehr als fraglich sein.

Lösung: Setze gute Werbemittel ein. Ideal sind kurze (!) Werbevideos, aber ansprechende Bilder funktionieren auch im Zeitalter des Bewegtbild-Hypes gut. Der Text sollte nicht zu lang sein und sehr schnell deutlich machen, worum es geht. Dabei ist es vor allem wichtig, den Nutzen für den Kunden herauszustellen und nicht so sehr die reinen Eigenschaften des Produktes oder der Dienstleistung.

Fehler 10: Keine klaren Kampagnenbezeichnungen

Dieser Fehler ist kein Fehler, der Geld kostet oder die Performance der Anzeigen schwächt o.ä. Es ist auch mehr ein „interner“ Fehler, den ich häufig sehe. Sobald man ein Kampagnenziel gewählt hat, schlägt Facebook einem automatisch einen Kampagnennamen vor, der auf dem Kampagnenziel beruht (z.B. „Traffic“). Das Problem an dieser Stelle ist: Wenn du jetzt der Kampagne keinen eindeutigen Namen gibst, hast du später lauter Kampagnen, die einfach nur „Traffic“ heißen und du wirst arge Probleme damit haben, auch in 2 Jahren noch zu wissen, welche Kampagne welche war.

Lösung: Wähle beim Einstellen vom Kampagnen auf allen Ebenen (Kampagne, Anzeigengruppe, Anzeige) klare Bezeichnungen. Bei Kampagnen wähle ich z.B. immer das amerikanische Datumsformat und hänge diesem das Kampagnenziel und ein kurzes Stichwort zum Inhalt an. Konkret sieht das bspw. so aus:

2018-02-15 Traffic Blogpost 10 Fehler bei FB Ads

Das Datum ist das Startdatum der Kampagne (nicht das Datum, an dem ich die Anzeige eingestellt habe), danach wird das Ziel deutlich und anschließend kommt noch der Hinweis, um welchen Inhalt es sich handelt.

Auf Ebene der Anzeigengruppe ist es hilfreich, zumindest Hinweise zur Platzierung und zur Zielgruppe in den Namen aufzunehmen. Auf der Ebene der Anzeigen (wo du die Werbemitteln festlegst) macht es vor allem bei A/B-Tests Sinn, einen genauen Hinweis darauf zu geben, welche Werbemittel verwendet werden (z.B. „Bild orange“ bei Anzeige 1 und „Bild grün“ bei Anzeige 2). Somit hast du auch Wochen, Monate oder Jahre später den Überblick über alle Kampagnen.

 

Das waren sie also, die 10 häufigsten Fehler bei Facebook-Anzeigen. Jetzt bist du gut gerüstet, um diese Fehler eben nicht zu machen. Aber gleichzeitig: Sei nett zu dir, wenn du diese Fehler bislang gemacht hast oder vielleicht auch zukünftig wider besseren Wissens machen wirst! Es gibt Schlimmeres und wichtig ist ja, aus seinen Fehlern zu lernen. Und vergiss außerdem nicht: Wir haben alle mal angefangen! 😉

 

Du bist dran: Welche dieser Fehler hast du auch schon gemacht? Welche waren dir gar nicht bewusst, dass du sie machst? Mir interessieren sehr deine Erfahrungen und deine Meinung zu diesem Thema, also hinterlasse mir doch gerne einen Kommentar!

Comments 4

  1. 21. Februar 2018

    Hi Claire! Ein toller Artikel, ich werde einiges umsetzen können! Ich würde dich gern etwas zu Pkt 1 fragen: Wenn ich bei meiner Zielgruppenerstellung mehrere Spezifikationen angebe (z.B. Hund), dann meint Facebook ich meine „Hund“ ODER „Katze“ ODER „Kaninchen“. Je mehr Attribute ich eingebe, desto unspezifischer wird meine Zielgruppe, da es hier um ODER geht und nicht um UND. -Verstehe ich hier was falsch?
    lieber Gruss
    Ingrid

    1. Claire Oberwinter
      22. Februar 2018

      Liebe Ingrid,

      pro „Kasten“, in dem du Interessen eingeben kannst, handelt es sich tatsächlich um „Oder“-Verknüpfungen. Darunter hast du allerdings die Möglichkeit, deine zielgruppe durch „Zielgruppe eingrenzen“ oder auch „Ausschließen“ zu verfeinern. Dann machst du damit eine UND-Verknüpfung zwischen den beiden Kästen auf und kannst damit deine Zielgruppe genau einstellen.

      Liebe Grüße
      Claire

  2. 18. März 2018

    Hallo Claire,
    ist es möglich einen Post auf FB zu generieren, der die Bewertungen auf Facebook ankurbeln kann? Wir haben zur Zeit 49 Bewertungen und hätten gerne mehr.

    1. Claire Oberwinter
      19. März 2018

      Hallo Christine,

      ich würde einfach einen Beitrag verfassen mit einem Link, der direkt zu den Bewertungen führt und diesen bei deinen Fans bewerben. Ansonsten Kunden immer gezielt ansprechen – ist meist die wirkungsvollste Methode! 🙂

      Liebe Grüße
      Claire

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