Liebe Unternehmen: Social Media ist Dialog, nicht Ignoranz!

Aus aktuellem Anlass muss ich mir mal meinen Frust von der Seele schreiben. Denn es gibt leider immer noch Unternehmen, die die einfachsten „Regeln“ in Social Media einfach nicht verstehen und das macht mich ganz schön fuchsig! Ich möchte an dieser Stelle klarstellen, dass es mir hier nicht darum geht, irgendwen zu diskreditieren und schlecht zu machen. Ich möchte aber zum Umdenken bei den Unternehmen anregen, die Social Media nur halbherzig betreiben und das auch nur weil sie denken, sie müssten ja „was in Social Media machen“.

Aber nun zum Hintergrund dieses Blogeintrags: mein letzter Blogeintrag „Arbeitsplatz der Zukunft“ war ja ein Beitrag zu einer Blogparade der CeBIT. Im entsprechenden Eintrag auf dem CeBIT-Blog war zu lesen, dass man seinen Beitrag zur Blogparade als Kommentar verlinken soll, wenn er fertig gestellt ist. Gesagt, getan – und dann kam: nichts!

Nun gut, ist ja so weit erst einmal nicht schlimm. Erst dachte ich, der entsprechende Mitarbeiter hatte noch keine Zeit, die neuesten Kommentare freizuschalten. Als dann aber im Laufe des Tages immer mehr Kommentare sichtbar wurden, die eindeutig nach meinem geschrieben wurden, wurde ich langsam etwas stutzig, wollte aber trotzdem noch etwas warten. Am nächsten Morgen war mein Kommentar mit der Verlinkung zu meinem Beitrag immer noch nicht sichtbar, so dass ich mich entschloss, die CeBIT über Twitter anzuschreiben und nachzufragen, ob man denn bei der Ablehnung eines Beitrags zur Blogparade kein Feedback erhält. Und dann kam: wieder nichts!!! Das Schweigen im Walde…

Womit ich leben kann, ist, dass mein Beitrag zur Blogparade vielleicht nicht gut genug war und den Ansprüchen nicht genügt. Geschenkt! Aber wenn man sich schon die Mühe macht, einen Beitrag zu schreiben, ist es nicht nur schade, sondern richtig abwertend, wenn absolut keine Reaktion erfolgt. Schlimmer wird es dann sogar noch, wenn man dann noch nicht mal eine Antwort auf einen Tweet erhält, den man hinterher schickt bzw. keine Antwort auf eigentlich mehrere Tweets (der CeBIT-Account wurde nämlich im Laufe meiner Diskussionen mit anderen Twitterern immer wieder in Tweets erwähnt).

Liebe CeBIT, SO NICHT! Wenn Ihr mit meinem Beitrag nicht zufrieden wart, ist das vollkommen in Ordnung. Wenn ich aber schon nach Feedback frage und euch aktiv auffordere, mir eine Rückmeldung zu geben, ob der Beitrag abgelehnt ist, verstehe ich nicht, warum da keine Reaktion erfolgt!

Das zeigt mir einfach nur, dass hier ein Unternehmen in Social Media zwar „aktiv“ ist, die damit einhergehenden Mechanismen und Charakteristika aber nicht verstanden hat. Es kam wahrscheinlich mal irgendwann ein Manager auf die Idee, dass man ja auch endlich mal auf den Social Media-Zug aufspringen muss. Aber bloß keine Kapazitäten dafür frei machen, vor allem keine monetären. Ach, setzen wir doch einfach einen Praktikanten dran. Die jungen Leute heute können ja ganz automatisch mit Social Media umgehen.

Das sind natürlich alles nur Spekulationen von meiner Seite. Fakt ist jedoch: das, was die CeBIT da macht, hat nichts mit Social Media zu tun. Social Media bedeutet, in den Dialog mit seiner Zielgruppe zu treten – nicht, sie zu ignorieren! Feedback geben ist nicht immer einfach und kostet Zeit. Ich möchte nicht wissen, wie viele Beiträge zur Blogparade bereits abgelehnt wurden. Jedem Blogger ein Feedback dazu zu geben, kostet Zeit. Aber es ist eine Frage von Wertschätzung und Respekt, sich eben doch die Zeit zu nehmen, jedem Einzelnen eine Antwort zu schicken und den Einsatz und die investierte Zeit auf diese Art zu würdigen. Da ist dann auch eine Ablehnung des Beitrags nicht wirklich tragisch.

Schlimmer wird es wie gesagt ja sogar auch noch dadurch, dass ich auch auf meinen Tweet keine Antwort erhalten habe und noch nicht einmal dann ein Feedback kam. Aber was erwarte ich von einem Unternehmen, das in den letzten sechs Wochen nur elf Tweets geschrieben hat und dabei auch noch ausschließlich über sich redet? Ja, in meinem Blogeintrag „Qualität vs. Quantität in Social Media“ habe ich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es bei Social Media mehr um Qualität statt um Quantität geht. Aber auch von dieser Regel gibt es Ausnahmen: wenn ein Unternehmen nur alle paar Tage twittert, ist auch das nicht gerade ein Zeichen von Qualität. Es zeigt mir nur, was ich bereits erwähnt habe: Social Media wird hier nicht ernst genommen und nicht verstanden.

Ganz ehrlich, liebe Unternehmen: wenn ihr keine Zeit für Social Media habt und auch kein Geld dafür bereitstellen wollt, dann lasst es lieber! Social Media muss man leben! Dazu gehört, dass dieser Kanal ernst genommen und als Möglichkeit gesehen wird, mit seiner Zielgruppe in Dialog zu treten und ihr zuzuhören. Ignoranz ist mit das Schlimmste, was man in Social Media machen kann. Wer nicht zum Dialog und zum Zuhören bereit ist, sollte es lieber lassen! Dialog ist eine Chance! Ignoranz hingegen ist ein effektives Mittel, das eigene Image zu vernichten. Was ist wohl besser?

Update vom 18.2.2014: Inzwischen ist ein Kontakt zum Initiator der Blogparade zustande gekommen, der nun meinen Beitrag freigeschaltet hat. Auch wenn das ursprüngliche Problem (die Freischaltung meines Kommentars) offenbar technischer Natur war, so bleibt immer noch die Sache mit dem nicht beantworteten Tweet. Mir wurde gesagt, bei einem Multi-Autoren-Blog besser den jeweiligen Autor zu kontaktieren. Wäre sicher sinnvoll, ändert aber nichts daran, dass sich offenbar niemand für den CeBIT-Account auf Twitter verantwortlich fühlt. Das ist nach wie vor ein großes Manko! Auf jeden Fall vielen Dank für die Problemlösung, Falk Hedemann!

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